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You're just too good to be true. Can't take my eyes off of you...

Lange habe ich mich hier nicht zu Wort gemeldet. Doch wer denkt, dass mein Leben derweil ruhiger geworden ist, der irrt. Nur der Fokus hat sich etwas verschoben.

Die letzte unglückliche Liebe zog sich lange hin. Ich hatte kaum die letzten Sätze darüber, wie sehr ich über ihn hinweg war, eingetippt, als er auch schon wieder vor meiner Tür stand. Trotzdem habe ich mich mit meiner Einschätzung nicht geirrt. Die erste Verliebtheit hatte ich überwunden. Aber er hat mich auf so vielen Ebenen fasziniert, dass ich mich noch ein zweites, drittes und viertes Mal in ihn verliebt habe. Das war mir vorher noch nie passiert und genau aus diesem Grund ist auch nie das Kribbeln verschwunden, das ich in seiner Nähe gefühlt habe.

Es war ein langes Auf und Ab. Ich bereue dennoch nichts. Nicht eine Träne, nicht einen Streit, nicht ein böses Wort, keine einzige Trennung und anschließende Versöhnung. Weil alles zur richtigen Zeit geschah. Selbst mit dem Wissen von heute würde ich alles genauso machen, weil unsere Geschichte genau so verlaufen musste. Hätten wir früher alles beendet, hätte ich es nicht kapiert. Ich würde ihm immer noch hinterhertrauern. Hätten wir es nach dem letzten großen Knall nochmal versucht, hätte es uns beiden nicht gut getan. Ich hab ihn nicht vergessen und werd's auch nicht tun. Aber ich weiß, dass unsere gemeinsame Zeit abgelaufen ist und es uns ohne einander besser geht. Die letzte, endgültige Trennung hat sich wie eine große Befreiung angefühlt, dauerhaft.

Ich bin wieder frei, in jeder Hinsicht.

Und wie das Leben so spielt, ist mir kurze Zeit später jemand begegnet. Er ist umwerfend - und ich werde nie eine Chance bei ihm haben. Seine Augen leuchten mich jeden Tag an, er riecht verboten gut, selbst von weitem, ist so freundlich und charmant, dass es schon fast unverschämt ist, und sich dessen wahrscheinlich nicht einmal bewusst... Natürlich kenne ich ihn nicht gut, aber was ich bis jetzt kenne, gefällt mir sehr. Vom ersten Augenblick an bekomme ich ihn nicht aus dem Kopf - seit nunmehr fast sechs Monaten schmachte ich ihn aus der Ferne an. Und ich weiß ganz genau, so wird und so muss es bleiben.

Sein Ehering war das Erste, was mir nach seinen leuchtenden Augen aufgefallen ist, noch am ersten Tag. Ich konnte es zunächst gar nicht glauben. Er sieht viel zu jung aus, um schon verheiratet zu sein. Leider ist es aber wahr... Im ersten Moment war ich noch naiv genug, zu denken, dass eine minimale Restchance bestünde, dass es ihn auf den ersten Blick genauso getroffen hätte wie mich und er, noch bevor irgendetwas zwischen uns passieren würde, seine Frau verlassen könnte, um mit mir zusammen zu sein. Er hat sie schließlich geheiratet, bevor er mich kannte, er wusste also gar nicht, welche andere Möglichkeit er noch gehabt hätte, und ich hatte nie eine Chance, unter Beweis zu stellen, dass ich unter Umständen besser zu ihm gepasst hätte... Wir waren einfach nicht zur rechten Zeit im gleichen Raum-Zeit-Kontinuum. Das Leben ist manchmal nicht fair.

Alle hätte-wäre-könnte-wenn-Gedanken waren sofort weggeblasen, als ich erfahren habe, dass er nicht nur Ehemann, sondern auch Vater ist... Auch das hat mich kalt erwischt. Aber ich würde mich schon nicht aktiv in eine Ehe einmischen, wenn sie kinderlos wäre, und einem Kind seinen Vater wegzunehmen, kommt für mich überhaupt nicht in Frage.

Ich muss aufhören, an ihn zu denken. Und für eine Weile ist mir das auch einigermaßen gelungen. Aber es ist schwierig, ihn nach wie vor zu sehen. Er weiß natürlich nichts von meinen Gedanken und Gefühlen und ist einfach nur normal nett zu mir. Und er ist so verdammt umwerfend, und dass er nicht einmal von dieser Wirkung ahnt, macht ihn umso attraktiver...

Nur wer dich sah, kann mich versteh'n.
Du kamst mir nah, und ich blieb steh'n.
Nur wer dich fühlt, kennt deine Haut.
Ein langer Blick, der keinem traut.
Nur wer dich schmeckt, kennt das Gefühl,
dass man ewig geben will.
Nur wer dich sieht, kennt auch die Macht,
erstarrte Flammen in der Nacht.

Ich kann nicht aufhören, ihn heimlich anzuschmachten. Solange ich es ihm nicht zeige, ist da ja auch überhaupt nichts bei. Die Gedanken sind frei und Fantasien sind immer erlaubt. Solange man sie niemals Realität werden lässt. Manchmal ertappe ich mich bei dem Wunsch, dass seine Frau und er sich einfach so trennen könnten, weil sie sich nicht mehr verstehen, und ich ihm endlich mein Interesse, ihn näher kennenzulernen, signalisieren könnte. Aber ich weiß ganz genau, dass ich nicht einmal dann glücklich wäre, wenn es wirklich so laufen und er sich für mich entscheiden würde. Ich würde einfach nicht damit klarkommen, dass wir beide uns nicht im selben Lebensabschnitt befinden. Ich habe bei einigen Menschen in meinem Umfeld gesehen, dass man manchmal beim zweiten Versuch viel glücklicher wird als beim ersten und dass Patchwork-Familien funktionieren können... Aber auch wenn ein Partner schon Kinder hatte und der andere nicht unbedingt auch immer, hatten sie trotzdem eine Sache stets gemeinsam: Für beide war es die zweite Ehe. Ich aber war noch nie verheiratet und habe keine Kinder. Für mich ist sowohl die Ehe als auch die Familie - vielleicht naiv betrachtet - noch etwas Besonderes und ich habe den Traum von einer heilen Familie noch nicht aufgegeben. Ein Kind braucht immer beide Elternteile und es ist am besten, wenn es mit beiden zusammen in einer harmonischen Gemeinschaft aufwächst. Garantien gibt es zwar für keine Beziehung, unabhängig vom Trauschein und von Kindern, aber in dem Moment, in dem man sich darauf einlässt, glaubt man doch immer, dass es funktioniert - sonst würde man es ja gleich lassen. Bei meinen Eltern ist es anders gelaufen als geplant und ich weiß, wie sich das für ein Kind anfühlt. Deshalb ist es mir sehr wichtig, meinen zukünftigen Kindern dieses Ideal bieten zu können und zumindest mein Bestes dafür zu geben. Aber wie könnte ich mit jemandem leben, der all das schon einmal einer anderen versprochen und gebrochen hat, selbst wenn es meinetwegen gewesen wäre oder selbst wenn sie ihn wegen eines anderen verlassen hätte? Es wäre nicht mehr dasselbe. Er wäre so oder so viel desillusionierter als ich und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es trotzdem klappen könnte. Außerdem wünsche ich seinen Kindern aus tiefstem Herzen, dass sie nie erleben müssen, wie sich ihre Eltern trennen.

Es gibt keine Zeitreisen. Ich kann die Uhr nicht zurückdrehen an einen Punkt, als er noch unverheiratet und kinderlos war. Diese Gegebenheiten werden immer bleiben. Es gibt also definitiv keine Chance für ihn und mich.

Und tief in mir drin weiß ich, dass das auch gut so ist, weil das, was ich für ihn empfinde, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Schwärmerei, eine oberflächliche Verliebtheit, ist. So bleibt die Hoffnung, dass irgendwo da draußen jemand ist, der auf dem gleichen Level ist wie ich und den ich unsterblich lieben werde und der diese Gefühle auch erwidern wird.

Aus meinem Kopf wird der hier beschriebene Mann aber sicher erst verschwinden, wenn ich ihn nicht mehr sehen muss. Aus den Augen - aus dem Sinn... Es ist nicht wirklich so, dass ich seinetwegen nicht schlafen könnte oder ihn im Urlaub vermisse. Ich konzentriere mich dann einfach auf andere Dinge und er gerät in den Hintergrund. Nur, wenn ich ihn wiedersehe, geht alles wieder los...

You're just too good to be true
can't take my eyes off of you
you'd be like heaven to touch
I wanna hold you so much

Pardon the way that I stare
there's nothing else to compare
the sight of you leaves me weak
there are no words left to speak

Trotz allem - und das passt nicht ganz zum Rest meines Eintrags, abgesehen davon, dass es bestätigt, dass die eben geschilderte Verliebtheit nur oberflächlich ist - gibt es einen Mann, der mich in letzter Zeit immer wieder beschäftigt - und das, ganz ohne dass ich ihn sehe oder von ihm höre. Ich weiß auch, dass das nächster Zeit nicht geschehen wird, und trotzdem sitze ich immer wieder hier und lese alte Briefe und Nachrichten oder höre Lieder, die mich an ihn erinnern... Doch auch, wenn ich es nicht tun würde, wäre er in meinen Gedanken - es ist vielmehr so, dass ich in manchen Momenten bewusst versuche, die Erinnerungen aufzurufen, weil ich ihn vermisse.

Ich habe hier schon zuvor von ihm geschrieben. Die Rede ist natürlich von "diesem einen Mann". Vor etwa zwei Wochen hätten wir unseren zehnten Jahrestag gehabt und ich kann nicht sagen, wie ich den Tag rumgebracht und wie zur Hölle ich es geschafft habe, sogar zwischenzeitlich gar nicht mehr daran zu denken. Es hat mir das Herz zerrissen. Aber der Kummer fühlt sich jetzt anders an, weil er nicht mehr frisch ist. Es ist ein subtiler Schmerz, einer, über den ich mit niemandem rede, weil ich das bereits in den ersten Jahren, nachdem er mich verlassen hatte, zu Genüge getan habe und weil es heute ohnehin niemand verstehen würde. Ich verstehe es ja selbst nicht so ganz. Aber ich weiß ganz sicher: Nein, man kommt niemals drüber weg. Nein, man hört niemals auf, diesen einen Mann zu lieben.

Doch ich weiß auch, dass es für ihn und mich höchstwahrscheinlich keine ernsthafte Chance geben wird und dass ich für ihn nicht das bin, was er für mich ist. Er ist unerreichbar und wird es bleiben.

Now he left a in hole in my heart
a hole in a promise
a hole on the side of my bed
Oh now that he's gone well life carries on
and I miss him like a hole in the head

Well sometimes you can't change and you can't choose
And sometimes it seems you gain less than you lose

Now we've got holes in our hearts, yeah we've got holes in our lives
Where we've got holes, we've got holes but we carry on

Natürlich mache ich weiter ohne ihn. Damit habe ich mich schon lange abgefunden. Ich weiß auch, dass ich in der Lage bin, starke Liebe für einen anderen Mann zu empfinden. Deshalb gebe ich auch die Hoffnung nicht auf, noch meinen eigenen Familienvater zu finden und mit ihm glücklich zu werden. Aber es bleibt eben wahr: Angesichts dessen, was ich für diesen einen Mann gefühlt habe, kann jedes Gefühl für einen anderen Mann nur noch ein Kompromiss sein, egal, wie bombastisch es auch sein mag. Ich kann das nicht mal angemessen in Worte fassen.

Ich werde mein Leben weiter leben. Ich werde mich in jemand anderen verlieben. Ich werde denjenigen heiraten, mit ihm in ein Haus mit Garten ziehen und ihm die Welt zu Füßen legen, seine Kinder zur Welt bringen und großziehen, für ihn kochen, waschen, putzen, ihn pflegen, wenn er krank ist, alles mit ihm teilen und hoffentlich bis zu meinem Lebensende glücklich an seiner Seite sein... Aber es wird mir dennoch einen Stich versetzen, wenn dieser eine Mann eines Tages eine andere heiraten sollte. Oder wenn er stirbt. Und wenn er eines Tages vor meiner Tür steht und mich bittet, mit ihm zu gehen... Dann werde ich womöglich alles andere zurücklassen. Weil ich ihn so sehr liebe. Weil die Sehnsucht nach ihm zu groß ist. Weil ich immer sein Foto herausholen werde, wenn mich jemand nach meiner großen Liebe fragt. Weil er der Eine ist.

Werd' dich für immer vermissen.
Ich werd' dich nie vergessen.
Jeden goldenen Tag,
werd' ich für immer vermissen.
Egal was wir getan haben,
was wir gesagt haben,
vergess ich nich.
Ich vergess dich nicht.

2.12.16 00:17

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