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Neue Irrungen und Wirrungen

Dies könnte ein neuer "Irrungen und Wirrungen"-Eintrag sein.

Obwohl heute nicht "Throwbak-Thursday" ist, musste ich gerade an eine längst vergangene Geschichte denken und habe dazu einen alten Nachrichtenverlauf mit einer ehemaligen Freundin gelesen, in dem es um die Gefühle für meinen letzten richtigen Partner ging. Sie hat mir damals vorgeworfen, ich würde mich selbst belügen, und wenn das, was ich für ihn empfand, wirklich Liebe sei, dann müsste sie dafür erst einmal ein passendes Wort in ihrem Wortschatz finden, denn meine Gefühle für ihn seien meilenweit entfernt von dem, was sie Liebe nenne.

Damals habe ich mich von ihren Ausführungen ein wenig angegriffen und verletzt gefühlt, weil ich die Quintessenz ihrer Worte nicht verstand. Ich war wahrscheinlich zu nah am Geschehen, um scharf sehen zu können, und wir haben aneinander vorbeigeredet, weil ich meine Gedanken und Gefühle in ihrer Komplexität nicht angemessen ausdrücken konnte und mich so in Widersprüche verstrickt habe.

Heute denke ich mehr oder weniger genauso wie meine Freundin. Eigentlich habe ich auch schon damals so gedacht und gefühlt, jedoch war es mir nicht immer bewusst. Das, was ich für meinen Exfreund empfunden und in meinem Eintrag "Irrungen und Wirrungen" beschrieben habe, kann keine Liebe gewesen sein. Ich kann mir bis heute keine befriedigende Antwort auf die Frage geben, was genau das eigentlich für Gefühle waren. Vielleicht war es sogar Liebe, aber nicht die Art, die ich als "die richtige" ansehe? Eine ungesunde Art von Liebe, die die Schmetterlinge im Bauch und den Geschmack von Zuckerwatte auslässt und sich von Anfang an schlecht anfühlt? Oder fühlt sich so eine Freundschaft an, aus der man versucht mehr zu machen, weil man sich so sehr wünscht, dass man die Liebe gefunden hat?

Ich habe die Beziehung mit meinem Exfreund nicht geplant, man muss vielmehr sagen, dass ich mich in mein Schicksal gefügt habe, weil ich nicht länger verleugnen konnte, dass ich Gefühle für ihn hatte, und weil ich das Empfinden hatte, mit ihm weniger unglücklich zu sein als ohne ihn. Ja, so muss man es sagen… Ich habe mich mit den Gefühlen für ihn nie wirklich wohlgefühlt, aber sie waren zweifellos da und haben mich zu ihm hingezogen. Sicher hat auch der Umstand, dass ich endlich über meine hier ebenfalls schon beschriebene große Liebe hinwegkommen wollte, dazu beigetragen, dass ich diese Beziehung eingegangen bin. Aber die Gefühle, die ich für meinen Exfreund hatte, hatten nicht nur mit der Vorstellung meiner Freundin von Liebe, sondern auch mit meiner eigenen herzlich wenig gemein.

Lange Zeit nach der Trennung kam mir der Gedanke, dass ich - weil sich die Art der Zuneigung nicht so anfühlte, wie ich sie haben will - eigentlich nie gewollt habe, dass diese Beziehung funktioniert, mich offen gegen meine Gefühle gesträubt und immer wieder versucht habe, sie zu verleugnen - getreu dem Motto: "Ich könnte jederzeit gehen und er kann froh sein, dass er mich hat" - und dass eine Beziehung unter solchen Voraussetzungen von vornherein keine Chance hat, zu funktionieren. Ich selbst habe sie ihr verwehrt. Nach dieser Einsicht fing ich an, an mir selbst und meiner Einschätzung zu zweifeln. Ich dachte: Was, wenn es einfach eine andere Art von Liebe war, die ich noch nicht kannte - deswegen muss sie doch nicht gleich schlecht sein? Vielleicht hätte ich glücklich werden können, wenn ich mich darauf eingelassen hätte? Wie kann ich denn so anmaßend sein und behaupten, nur Liebe auf den ersten Blick sei das einzig Wahre?

Und ich schaute mich in meinem Umfeld um und verglich meine romantischen Vorstellungen mit der Realität. Dabei musste ich feststellen, dass bei kaum einer Partnerschaft in meinem Freundes- und Verwandtenkreis die Liebe auf den ersten Blick zugeschlagen hatte; häufig war sogar mindestens einer von beiden anfangs überhaupt nicht am anderen interessiert gewesen und die, bei denen es auf den ersten Blick gefunkt hatte, waren meistens nicht allzu lange zusammen geblieben.

Hier stellt sich dann allerdings auch die Frage, ob die Paare, die sich zu Beginn nicht füreinander interessiert haben oder wo einer den anderen erst überzeugen oder "erobern" musste, das verbindet, was ich mir unter dem Begriff "Liebe" vorstelle, oder ob die Welt vielleicht viel unromantischer ist, als ich vermutet hätte, und die meisten Menschen einfach nur eine Zweckbeziehung führen, um nicht allein zu sein oder was auch immer. Ich habe auch darüber nachgedacht, ob das vielleicht das einzig Wahre ist - jemanden zu haben, mit dem man harmoniert, um zusammen durch's Leben zu gehen, auch wenn das Kribbeln fehlt? Wenn es doch all die anderen glücklich macht? Vielleicht ist Liebe gar nicht der Grundstein solider Beziehungen? Aber wer sagt mir denn, dass all die Menschen in ihren soliden Beziehungen aktiv glücklich sind und sich nicht einfach nur mit ihrem Schicksal abgefunden haben?

Woher weiß man, was das Richtige für einen ist? Sind vielleicht auch Zweifel normal?

Ich für meinen Teil habe die Antwort gefunden. Wer den vorherigen Eintrag gelesen hat, der weiß, dass ich mich in einen Mann verliebt hatte (bei dem mir übrigens nie Zweifel über meine Gefühle oder das Richtig oder Falsch gekommen waren), bei dem ich absolut keine Chance hatte. Das zu akzeptieren, war schwer. Ich sagte zu mir: Du musst ihn endlich vergessen, sieh dich nach einem anderen Mann um… und so kam es, dass ich auf meiner Geburtstagsfeier, bei der mein Angebeteter auch anwesend war, mit einem anderen Mann flirtete und Arm in Arm mit diesem auf der Couch saß. Ich wollte es wirklich versuchen, doch ich hatte nur Augen für meinen kleinen Engel. Mir wurde klar, dass ich einem anderen Mann nicht mehr als Freundschaft geben könnte, solange die Gefühle für meinen Engel nicht abgeklungen waren, und das sagte ich dem anderen Mann auch. Er erwiderte, er wolle nur eine Freundschaft. Soweit, so gut…

Von da an gehörte häufig ein Abend am Wochenende ihm, wir sahen DVDs, redeten bis tief in die Nacht, verabredeten uns zum Schwimmen und schmiedeten Pläne, zusammen in den Urlaub zu fahren, ins Musical oder ins Kabarett zu gehen. Das Schöne war, dass wir - so dachte ich damals zumindest - absolut auf einer Wellenlänge waren, ich konnte über alles mit ihm reden, er brachte mich zum Lachen und bei ihm konnte ich mich entspannen. Ein echter Freund eben. Der beste Freund, wenn man das so sagen kann nach drei Monaten. Er war quasi mein engster Vertrauter. Ich wollte ihn nicht mehr missen in meinem Leben.

Trotz allem wurde ich den Verdacht nicht los, dass er mehr als Freundschaft von mir wollte, und mir fiel auf, dass er in ziemlich allen Punkten dem entsprach, wie ich mir den Mann zum gemeinsam Altwerden vorstellte… All die oben beschriebenen Gedanken rangen miteinander in meinem Kopf, und plötzlich wusste ich: Ich wollte mehr als Freundschaft. Aber es war wie bei meinem Exfreund - nicht wirklich Liebe, jedoch mehr als Freundschaft, irgendeine merkwürdige Art der Zuneigung…

Wir haben es versucht und hatten ein paar gute Momente, fühlten uns aber beide nicht richtig wohl. Letztendlich hat er es beendet und gab als Grund an, dass es einfach keinen Sinn mit uns habe. Obwohl es mir sehr wehtat, wusste ich genau, tief in mir drin, dass er vollkommen Recht hatte und es besser war, die Sache nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich wünschte, ich hätte es selbst gekonnt. Aber ich konnte zu dem Zeitpunkt nicht einmal benennen, was mich an der Beziehung gestört hat. Was hat gefehlt? Wir passten doch so gut zusammen, ich hätte mir nicht mehr wünschen können, dachte ich.

Nach ein paar Tagen ist mir klar geworden, was das fehlende Puzzleteil war: Das gewisse Etwas. Das Kribbeln. Die Assoziation mit allerlei Positivem, wenn ich an ihn denke (ich hätte ihn niemals "meinen Engel" oder ähnliches genannt). Das, was man nicht in Worte fassen kann. Ich hatte bei ihm viel, aber eine Beziehung lebt nicht davon, dass man objektiv zusammenpasst und besonders viele Traumfrau-/Traummanneigenschaften des anderen erfüllt, sondern einzig und allein von den Gefühlen, die man füreinander hat. Zufriedensein und Glücklichsein, das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Mir reicht Zufriedensein nicht, ich ziehe Glücklichsein vor.

Die ganze Geschichte mit meinem guten Freund war genauso unnötig wie die mit meinem Exfreund. Oder vielleicht war sie es auch nicht, weil ich jetzt genau weiß, dass ich nur auf mein Herz hören muss und nicht auf die Ratschläge anderer. Mein Herz konnte in beiden Fällen Richtig von Falsch unterscheiden. Wer dieses Urteil in Frage gestellt hat, war mein Verstand.

Das Schlimmste für mich ist die Tatsache, dass wir nun keine Freunde mehr sind. Er ist komplett aus meinem Leben verschwunden. Ich kann sein Verhalten nicht wirklich nachvollziehen und es verletzt mich sehr, dass ich schon wieder einen Menschen verloren habe, der mir nahestand, und alleine zurückgelassen wurde. Es hat manchmal den Anschein, als sei ich es einfach nicht wert, gemocht oder gar geliebt zu werden. Und langsam fange ich an, zu glauben, dass es ganz allein meine Schuld ist. Das Traurige daran ist nur, dass ich mich nicht ändern werde, weil ich nicht die Kraft und den Willen habe, mich zu verbiegen.

Du hast gesagt, ich schaff es nie ohne dich
Ich hab gehört, dass du das allen erzählst
Das find ich absolut lächerlich
Ich hab doch nie gesagt, dass du mir fehlst

Im letzten Jahr habe ich zuviele Freunde verloren - oder solche, die ich dafür gehalten habe. Die andere von den beiden Personen, die mich am meisten verletzt haben, ist ein Mädchen, das ich einst für meine beste Freundin gehalten habe. Sie hat vom einen auf den anderen Tag aufgehört mit mir zu sprechen und ignoriert mich, als hätten wir uns nie gekannt. Oder als hätte ich eine ansteckende Krankheit. Ich weiß bis heute nicht den Grund für ihren Verhaltensumschwung. Sie hat keine meiner Nachrichten und keine meiner Fragen beantwortet. Ich habe aufgegeben, um mich vor weiterer Kränkung und weiterem Schmerz zu schützen. Womit habe ich das verdient? Und warum kommt es immer von den Menschen, von denen man es am wenigsten erwartet? Es scheint, manche Lebewesen haben kein Herz…

Dann plötzlich streichelt sie mir im Vorbeigehen über den Rücken oder hält mir die Tür auf, nur um anschließend wieder durch mich durch zu gucken, als wäre ich Luft. Was soll ich davon halten?! Kann sie sich nicht für einen Weg entscheiden? Es tut nach all den Monaten immer noch weh genug, dass sie mich ignoriert, aber es würde leichter fallen, wenn sie mir die Tür vor der Nase zuschlagen würde, als wäre ich nicht da. Dann wüsste ich wenigstens genau, woran ich bin. Ein klärendes Gespräch wäre möglicherweise auch nicht verkehrt, aber ich werde sie nicht noch einmal darum bitten. Sie hat die Tür unserer Freundschaft zugeschlagen. Sie hat beschlossen, nicht mit mir zu reden. Und ich habe zuviel Angst, dass die Wunden wieder aufreißen und noch mehr schmerzen, wenn ich versuche mit ihr zu reden und sie nicht darauf eingeht.

So bin ich abgestumpft und achte darauf, die Menschen nicht zu nah an mich heranzulassen, um mein Herz zu schonen. Es hat genug durchgemacht in den letzten Monaten. Ein Gutes hat die Sache jedoch: Für den Mann, in den ich noch auf meiner Geburtstagsparty verliebt war, hege ich mittlerweile nur noch freundschaftliche Gefühle.

Es gibt momentan einen einzigen Mann, der mich interessiert. Ein Teil von mir möchte ihn unbedingt näher kennenlernen. Ein anderer Teil hat Angst vor einer Abfuhr. Fest steht für mich: Ich werde nicht aktiv werden, um mit ihm in Kontakt zu treten. Ich verlasse mich auf das Schicksal. Und mein Herz sagt: Der ist es nicht. Also warte ich weiter, bis ich das Richtige für mich finde...

Irgendwie fängt irgendwann

irgendwo die Zukunft an

ich warte nicht mehr lang
Liebe wird aus Mut gemacht
denk nicht lange nach
wir fahr'n auf Feuerrädern
Richtung Zukunft durch die Nacht

14.6.14 22:34

Letzte Einträge: Nein, ich werde dir nichts sagen. Natürlich nicht., Heimweh nach einem Menschen

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