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Die Unmöglichkeit des Wartens, wenn man nicht weiß, ob es überhaupt etwas gibt, auf das man warten k

Es ist jetzt genau 15 Tage her, dass ich meinen Brief an dich abgeschickt habe, und du hast nicht geantwortet. Ich glaube nicht, dass du es noch tun wirst. Ich erlaube mir nicht mehr, diese Hoffnung noch zu haben.

Vielleicht meldest du dich irgendwann, in ein paar Jahren, wenn die Dinge anders stehen. Und dann werde ich sicherlich da sein für dich. Aber ich darf mir nicht mehr erlauben, darauf zu warten. Es ist zu giftig für mich.

Ich hatte verdrängt, wie sich das anfühlt: dich von ganzem Herzen zu lieben, zu wissen, dass es nie ein größeres Gefühl in meinem Herzen geben wird, zu hoffen, dass man diese Liebe eines Tages leben kann, und dann daran erinnert zu werden, dass es einfach absolut unmöglich ist, weil du nicht mit im Boot sitzt. Von dir kommt einfach nichts - nicht einmal eine klare Aussage.

Es ist die Hoffnung, die so unglaublich wehtut. Der Glaube, dass doch noch eine Möglichkeit für uns besteht - und dann lande ich wieder hart, weil ich dir nicht einmal eine Antwort wert bin, obwohl ich dir gerade wieder einmal mein Leben zu Füßen gelegt habe, und ich bin so unglaublich sauer auf dich und auf mich und bereue, dass ich dir überhaupt mal wieder meine Gefühle gezeigt habe und dass ich sie nie abschalten können werde und auch nie jemand anderen so lieben können werde und mich daher nicht einmal richtig ablenken kann.

Ich bin in einer Sackgasse. Und ich kann nicht mehr. Ich ertrage dein Desinteresse noch genauso wenig wie vor 10 Jahren - vielleicht noch weniger, weil ich damals noch eine rosarote Brille auf hatte und meine Hoffnung einfach nicht sterben wollte.

Es fühlt sich so furchtbar an, wenn man immer noch dieses Bild von einem bestimmten Mann vor Augen hat und genau weiß, dass er alles ist, was man immer wollte und immer noch will, und man sich einredet, dass diese Zukunft mit ihm noch immer möglich wäre, man seinen ganzen Mut zusammennimmt und ihm sein Herz ausschüttet und dann mit Schweigen gestraft wird... like, ich dachte, ich könnte dich heiraten, und du schaffst es nicht einmal, mir auf solch einen Brief zu antworten. Wie dermaßen egal kann man einem Menschen denn sein?

Dazu noch die Ungewissheit: Was, wenn du dich doch noch einmal meldest und ich nur warten muss? In gewisser Weise habe ich dir ja sogar die Wahl gelassen, habe dir signalisiert, dass ich es verstehen würde, wenn ich noch auf dich warten müsste... und, dass ich es tun würde.

Ich hatte nur vergessen, wie sich das anfühlt. Warten. Nicht das Warten an sich, sondern das zermürbende Warten, wenn man noch nicht einmal weiß, ob es etwas gibt, auf das man warten kann.

Ich bin keine Heilige. Ich kann keinen Geist lieben. Ich liebe dich wahrhaftig, dich, dein ganzes Wesen, und ich will mit dir zusammen sein. Wenn du es nicht willst, muss ich das akzeptieren. Aber ich bin nicht dazu gemacht, für immer allein zu sein.

Wenn du dich in ein paar Jahren bei mir meldest - und ich habe dich darum gebeten -, wenn ich dann in einer Beziehung bin, dann glaube ich, ist es egal, wer er ist - ich würde mich immer für dich entscheiden. Kann das nicht auch als Warten ausgelegt werden?

Aber was, wenn ich dieses Gefühl nie los werde - dass ich eigentlich nicht heiraten und keine Kinder bekommen kann, weil ich es mir mit keinem besser vorstellen könnte als mit dir? Und was, wenn ich falsch liege damit und dabei nur mein Leben verschwende?

Was, wenn du erst vor meiner Tür stehst, wenn ich bereits eine Familie mit einem anderen gegründet habe?

Ich weiß wirklich nicht weiter, aber ich weiß, dass ich diese Gedanken loswerden muss. Dass ich mich von der Vorstellung befreien muss, dass ich dich haben könnte.

Zu wissen, dass du die Liebe meines Lebens bist und ich nie für jemand anderen auch nur annähernd dasselbe empfinden werde, während ich nie wieder von dir hören werde, ist einfach. Aber diese Gewissheit muss in der Schublade meines Verstandes verwahrt bleiben - die Gefühle, die sie mit sich bringt, will ich nicht mehr fühlen. Und deshalb gebe ich die Hoffnung auf ein Leben mit dir ein für alle Mal auf.

3.8.17 23:45

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