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When I'm wiser and I'm older

"Neuer Eintrag". Schon wieder. Ja. Aber ich muss diese Gedanken loswerden.

Ich habe vorhin eins von den neueren "deinen" Liedern zufällig im Radio gehört.

So wake me up when it's all over,
when I'm wiser and I'm older!
All this time I've been finding myself
and I
didn't know I was lost

Ich musste zwangsläufig daran denken, mit welcher verzweifelten Sehnsucht ich das Lied damals gehört hab. Verzweiflung und Sehnsucht wären auch auf die heutige Situation durchaus passend, aber damals hätte ich nie geahnt, in welchem Kontext sie stehen würden.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass du mich nicht willst. Ich wäre nie im Traum auf den Gedanken gekommen, dass ich dich nicht will.

Damals habe ich es noch nicht gewusst. Oder bloß nicht wissen wollen? Ich dachte wirklich, du würdest deine zweite Chance nutzen. Ich dachte wirklich, du wärst erwachsen geworden. Würdest etwas aus deinem Leben machen. Wärst glücklich. Fotos können so gut täuschen...

Ich hab gedacht, ich hätte bloß keinen Platz in deinem Leben. Du würdest mir nie verzeihen, wie unreif ich mich verhalten habe. Weil du immer der Erwachsenere warst.

Mein Gedanke von heute: Warst du das? In Gesprächen vielleicht. Aber nicht im wahren Leben.

Das war, bevor ich in deine Stadt gezogen bin. Als ich gerade hier angekommen war, lief das Lied im Radio rauf und runter und streute mir Salz in die Wunde. Die Wunde, dass ich dich verloren habe, reißt immer wieder auf. Ich stellte mir dich vor, wie du glücklich mit deiner Familie und deinen Freunden leben würdest und wahrscheinlich längst ein neues Mädchen hättest. Und ich war der Meinung, ich sei endlich erwachsen geworden und würde etwas aus meinem Leben machen und es sei zu spät für dich. Damals dachte ich, ich würde nie wieder von dir hören. Du würdest mir nie auf meine Nachricht antworten. Und als du es dann getan hast, kamst du zunächst ziemlich negativ rüber. Wie jemand, der Frauen nicht respektiert und nur etwas Unverbindliches sucht. Ich wollte nicht glauben, dass du so bist. Und dann hast du kurz etwas von der Verletzlichkeit unter deinem Panzer hervorgucken lassen...

Wie schwer die Zeiten für dich waren. Dass du mir nicht geglaubt hast, dass ich dir nie davongelaufen wäre. Dass du meintest, ich hätte etwas Besseres verdient gehabt.

Ich weiß bis heute nicht, wie ernst du diese Zeilen gemeint hast. Sie stehen in krassem Gegensatz zu allem, was du in den Tagen davor und danach geschrieben hast.

Und als du dem Ganzen dann noch die Krone der Dreistigkeit aufgesetzt hast, war ich mir sicher, dass du keinen meiner weiteren Gedanken wert seist und ich endgültig mit dir abgeschlossen hätte.

In dem Glauben habe ich fast drei Jahre lang gelebt. Ich hätte nie gedacht, dass du dich nochmal melden würdest, und schon gar nicht, dass es mich wieder so aus der Ruhe bringen würde.

Ich war nach dir verliebt, sogar so sehr, dass ich fast daran glaubte, dass er deinen Platz an der Spitze meiner Charts einnehmen könnte. Oh, boy. Ich hatte nicht die geringste Ahnung.

Ich hätte einfach nie in die Richtung gedacht, in die sich alles entwickelt hat. Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass dein Leben so weitergegangen ist - und dass du es damals schon gewusst hast.

Du kamst mir merkwürdig vor, damals vor fast genau vier Jahren, als wir geschrieben haben. Etwas passte nicht zum Rest. Ich konnte nur nicht sagen, was es war. Damals konnte ich es auch noch nicht wissen.

Was mich an deiner Nachricht aus dem letzten Jahr so aus der Bahn geworfen hat, war nicht die Nachricht an sich, auch wenn ich überhaupt nicht mit ihr gerechnet hatte. Es ging primär nicht um die Tatsache, dass du dich gemeldet hast. Sondern darum, in welchen Kontext sie die Vergangenheit rückt.

Durch diese Nachricht besteht die Interpretationsmöglichkeit, dass du aus Gründen, die nichts mit mir zutun hatten, mich abgewehrt hast. Dass ich einfach zu spät gekommen war und du mich aus dem Ärger raushalten wolltest, weil du genau wusstest, was dir blüht. Und dass du nicht wolltest, dass ich so leben muss.

Ich weiß nicht, ob es so war. Ich weiß ganz genau, wie naiv es klingt, dass ich das überhaupt in Betracht ziehe. Aber drei Dinge:

Die Zeilen, in denen du schriebst, dass es für dich schwerer gewesen wäre, mit mir zusammenzubleiben, weil es dir zu wehgetan hätte, und dass ich etwas anderes verdient gehabt hätte,

deine unglaublich schlechte Ausrede, mit der du mich wieder auf Distanz gebracht hast vor vier Jahren, und dass du mich nicht blockiert hattest, wie ich all die Jahre geglaubt habe, sondern dein Profil gelöscht hast,

die Tatsache, dass du mir nach all der Zeit und als es dir schlecht ging und du lange mit dir gerungen hast, trotzdem wieder geschrieben hast und deine Nachricht mit den Worten "meine Liebste" endete.

Diese drei Begebenheiten gehen mir nicht aus dem Kopf, auch wenn auf meinen letzten Kontaktversuch hin keine Reaktion mehr von dir kam. Aber auch das wäre zu erklären mit dieser unglaublichen Interpretationsmöglichkeit - und mit ganz anderen Gründen.

Ich vermiss dich so sehr, glaub mir. Ich würd dich jetzt so gerne halten.

Dass ich dich trotzdem nicht will, hängt mit der Art, wie du mit dir selbst und deinem Leben umgehst, zusammen. Du benimmst dich so unreif, dass ich schreien könnte! Und du wirst auch nicht damit aufhören. Ganz ehrlich, wer begeht denn dieselben Fehler alle paar Jahre wieder in seinem Leben?

Trotzdem ist es natürlich nicht wahr, dass ich dich nicht mehr will. Sagt zumindest mein Herz. Neben dir einzuschlafen und neben dir aufzuwachen wär noch immer das Schönste für mich.

Aber du passt nicht in das Leben, das ich will. Du bist einfach nicht erwachsen geworden, und man muss doch irgendwann erwachsen werden.

Ich habe auch nicht immer Lust auf alles, was dazugehört. Ich würde viel lieber morgens liegen bleiben, als zur Arbeit zu gehen. Den ganzen Tag Bücher lesen, Serien gucken, ungesundes Zeug essen, in der Sonne sitzen, das Geld lieber für spaßige Dinge ausgeben als für Verpflichtungen... aber ich tu's nicht, weil ich weiß, dass ich mir selbst nur ins eigene Fleisch schneide, wenn ich so handle. Wie sollte ich jemals ein Haus finanzieren und Kinder ernähren können, wenn ich mich so verhalten würde?

Und das ist eben die traurige Wahrheit: Du wirst es nie können. Bei deinem Lebenswandel wärst du ein furchtbarer Vater. Einer, der nie da ist. Und kein Ehemann, mit dem man ein gemeinsames Leben hat.

Es tut mir Leid, aber ich kann es nicht. Ich könnte kämpfen, mit dir zusammen - aber die Option besteht ja nicht. Erstens, weil du sowieso nicht kämpfst, und zweitens nicht mit mir.

Aber so wie du bist, so will ich dich nicht. Nicht für eine gemeinsame Zukunft. Ich will auch keine Menschen verbiegen. Entweder änderst du dich aus eigenem Antrieb oder gar nicht.

Und es ist so schade, weil ich immer noch glaube, dass soviel mehr aus dir hätte werden können. Dass du eigentlich gar nicht so bist. Aber wer weiß, vielleicht täusche ich mich. Vielleicht sehe ich in dir nur das, was ich in dir sehen will. Den Mann, nach dem ich mich sehne. Vielleicht sind meine Gefühle nicht mal echt. Vielleicht wünsche ich mir nur so sehr, Teil einer Geschichte wie denen aus meinen geliebten Büchern zu sein.

Vielleicht sind wir wie Scarlett und Ashley oder wie George und Gauvain. Füreinander bestimmt, aber nicht dafür gemacht, zusammen zu sein.

3.7.17 21:21

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