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Heimweh nach einem Menschen

Ich weiß nicht, warum ich gerade in letzter Zeit wieder so oft an dich denken muss. Vielleicht, weil ich vor Kurzem Trauzeugin bei einer Hochzeit war und dabei immer wieder meine eigene Hochzeit vor Augen hatte? Und weil ich mir dabei niemand anderen als Bräutigam vorstellen konnte als dich? Das ist noch immer mein größter Traum.

Der Schmerz sticht noch immer tief, denn ich weiß schließlich ganz genau, dass er sich nie erfüllen wird. Es klingt hart und kalt, aber es ist wahr: Du könntest mir nie das Leben bieten, das ich brauche. Da geht es nicht einmal um Materielles. Ich bemühe mich immer noch, mein Leben so auszurichten, dass du nichts dazutun müsstest als deine Anwesenheit, dass ich dir alles geben und für dich sorgen könnte. Es gibt nichts, was ich nicht für dich sein wollte. Aber trotzdem bin ich mir vollkommen im Klaren darüber, dass wir dennoch nie eine gemeinsame Zukunft haben werden. Es würde einfach nicht funktionieren. Du bist nicht dazu geschaffen, ein bürgerliches Leben zu führen, und ich könnte deine Art zu leben nicht aushalten. Da ist einfach keine gemeinsame Perspektive.

Und ich hätte dir so gern geholfen. Wirklich. Aber du lässt es nie zu, das habe ich mittlerweile begriffen. Du bist erwachsen. Ich bin es auch - und daher weiß ich, dass du dich nicht mehr ändern wirst und dass Liebe nicht genug ist. Manche Differenzen sind unüberbrückbar, egal, wie sehr man es versucht.

Ich würde so gern etwas anderes sagen können. Aber das wäre realitätsfremd. Nach so vielen Jahren trägt man keine rosarote Brille mehr, wenn man auf den anderen schaut.

Diese Hoffnungslosigkeit ändert dennoch nichts an meinen Gefühlen für dich. Nichts, aber auch gar nichts. Die nüchterne Betrachtungsweise meines Verstandes ändert auch nichts daran, dass mein Herz noch immer aufs schmerzlichste hofft.

Du hast mich "meine Liebste" genannt. Obwohl ich an der Ernsthaftigkeit dieser Worte zweifle, gehen sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Was, wenn du es doch tatsächlich so gemeint hast? Was, wenn du tatsächlich dasselbe fühlst, aber viel besser dagegen ankämpfen kannst als ich, weil du von vornherein wusstest, was ich erst vor einem Jahr erkannt habe? Und was, wenn wir beide mit dieser Einschätzung falsch liegen und uns selbst unsere Chance verbauen?

There goes my hero,
watch him as he goes...

Ich versuche, mir diese Gedanken nicht zu genehmigen, aber es gelingt mir nicht zu hundert Prozent.

So oder so steht jedoch fest, dass meine Sehnsucht nach dir nicht kleiner wird. Sie ist so überwältigend, dass ich sie nicht beschreiben kann. Schon fast ein Verlangen. Wie Heimweh, nur nach einem Menschen.

I can't find the words to say
They're overdue
I've traveled half the world to say
I belong to you

Du fehlst mir so sehr und es fällt mir so verdammt schwer, dieses Gefühl zu ertragen.

Ich war auf den Gipfeln hoher Berge,
sah von oben auf das Land;
ich kam von der Mündung an die Quelle,
schlief auf Seide und auf Sand

Doch egal auf welchen Wegen,
wem immer ich begegne:
Es ist keiner wie du!
Egal, wohin ich gehe,
wen immer ich dort sehe:
Es ist keiner wie du!

Zu der Playlist mit Liedern, die mich an dich erinnern, kommen heute noch neue dazu, und die von damals kann ich kaum noch hören, weil sie mich zu sehr daran erinnern, wie ich gelitten habe, damals, bei jenem ersten Liebeskummer, den ich deinetwegen hatte.

Doch auch, wenn ich älter geworden bin und ruhiger: Es tut nicht weniger weh. Nur anders.

Und nur sie weiß: Es ist nicht, wie es scheint,
Oh, sie weint, oh, sie weint, sie weint!
Aber nur, wenn sie alleine ist...
Denn sie ist, denn sie ist die Eine, die Eine,
die immer lacht, die immer lacht, immer lacht, immer lacht

Ich hab dich vor 10 Jahren geliebt und ich tu's immer noch. Bloß stiller. Ich sprech nicht mehr drüber, nicht einmal mit meiner besten Freundin. Ich mach's mit mir selbst aus, wälze mich allein nachts in meinem Bett hin und her und schreibe meine Empfindungen auf.

Normalerweise versuche ich, nicht zu oft an dich zu denken, weil ich weiß, dass die Hoffnungslosigkeit mir zu schwer zu schaffen macht. Aber in letzter Zeit lasse ich die Gedanken und Gefühle zu. Ich höre fast jeden Tag ein paar Lieder deiner Playlist und gestatte mir Vorstellungen von unserem gemeinsamen Alltag, wenn du bei mir wärst.

Ich will nur,
dass du weißt:
Ich hab dich immer geliebt
und dass es
am Ende
auch keinen anderen gibt

Ich kann und werde dich nie aufgeben. Ich hab dich nur losgelassen.

10.6.17 01:15

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