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Irrungen und Wirrungen

Du hast alles durcheinandergebracht. Vorher war alles so einfach. Ich wusste immer, was ich wollte, und auch, was ich nicht wollte. Das warst du. Ich war mir so sicher. Und plötzlich war alles anders...

Es fühlte sich so seltsam an und nicht richtig, deshalb hab ich mir Mühe gegeben, es zu zerstören, aber das Gefühl ging nicht weg. Also hab ich dich in mein Herz gelassen, obwohl ich nie geglaubt habe, dass es so sein soll, dass wir zusammengehören... Ich glaube auch jetzt nicht dran, und mein Gefühl täuscht mich nicht. Eigentlich müsste also alles ganz einfach sein. Warum ist es das dann nicht?!

Oui, je l'aimais tellement que je l'aime encore... 

Ich weiß, warum ich nicht von dir loskomme. Es ist wegen dem, was ich bei dir gefunden habe. Das, was ich gespürt habe, als ich in deinen Armen lag, was ich gefühlt habe, wenn wir zusammen waren, das, was du immernoch in mir auslöst, wenn ich dich nur sehe. Nein, sowas hatte ich nie zuvor. In keiner Weise. Ich hab zuvor geliebt, aber es war anders, die Verbindung war nicht so wie bei uns. Und doch glaube ich, dass es unsere Verbindung nie gab. Was du für mich empfunden hast, war nicht Liebe, und unsere Beziehung war dir weit weniger ernst als mir. Du weißt wahrscheinlich immernoch nicht, welche Bedeutung das alles für mich hatte (oder immernoch hat). Ich kann es selbst nicht glauben. Ich will dich nicht und wir sind nicht füreinander bestimmt. Doch trotzdem sind da diese Gefühle. Sie sind so unglaublich weitgreifend und unbeschreiblich und sie scheinen kaum weniger zu werden. Das ist es, was mich verwirrt. Ich frage mich: Sollte das nicht das Gefühl sein, das du hast für den, den du heiratest? Zu wissen, dass du ihn liebst und mit ihm verbunden bist in jeder Hinsicht, egal was passiert? Dann drohe ich schwach zu werden und zu glauben, wir wären füreinander bestimmt. Aber das ist nicht so und ich will dich nicht zurück. Ich will dich überhaupt nicht in meinem Leben haben. Du bist raus aus meinem Leben und so soll es bleiben.

Warum ist dann trotzdem dieses Gefühl da? Welchen Sinn hat es? Ich meine, es ist nicht so, dass ich keinen Sinn darin sehe, dass wir uns begegnet sind und dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Aber warum gehen die Gefühle nicht weg, nach so langer Zeit? Noch habe ich die Hoffnung, dass ich jemand anderem begegne, bei dem ich das finde, was ich in dir meinte gesehen zu haben. Aber wie? Du hast meine Wahrnehmung gestört. Ich stelle mein eigenes Urteil in Frage. Eigentlich weiß ich, was ich will, und mein Gefühl sagt mir, was richtig ist. Aber bei dir habe ich geglaubt, niemals etwas über Freundschaft hinaus fühlen zu können und mich dabei so gründlich geirrt. Und immernoch ist da das Gefühl in mir, fast wie eine Sicherheit, dass wir sehr lange zusammengeblieben wären. Dass wir eine Zukunft gehabt hätten. Aber auch, dass sie befristet gewesen wäre und ich schlussendlich durch die Hölle gegangen wäre. Dann aber wieder die Stimme des Zweifels: Wer sagt dir das? Hätte es nicht doch alles ganz anders laufen können? Ist nicht bis jetzt auch schon vieles in der Beziehung anders gelaufen, als du gedacht hättest? Also wie kannst du dann meinen, du würdest erkennen, wie gut ein Mensch zu dir passt?

Siehst du, was du in mir ausgelöst hast? Die ganze Welt steht Kopf und ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.

Manchmal wünschte ich, du wärst nie in mein Leben getreten, und andererseits bin ich froh darüber, weil ich mich seitdem so sehr verändert habe, an dir gewachsen bin, weil ich zu mir selbst gefunden habe.

Aber ich habe Angst davor, dass die Gefühle für dich nie weggehen. Wie grausam das wäre. Mein Hang zum Kitsch und zur Romantik lässt in mir die leise Hoffnung existieren, wir wären doch zueinander bestimmt und würden irgendwann wie in einer wahnsinnig kitschigen amerikanischen Soap wieder zueinander finden. Der Rest von mir weiß, dass es nicht so ist, und dass dich zu lieben für mich nur andauerndes Unglück bedeuten würde.

I was cryin' when I met you
Now I'm tryin' to forget you
Love is a sweet misery
I was cryin' just to get you
Now I'm dyin' 'cause I let you
Do what you do down on me

1 Kommentar 26.10.10 19:22, kommentieren

Ein Stück mehr Freiheit

Gestern war ein besonderer Tag in meinem Leben. Endlich habe ich ein weiteres Stück meiner Freiheit erlangt. Ein bisschen fehlt noch, und ich kann es kaum abwarten. Ich möchte so weit von dir wegkommen, wie es nur irgend geht.

Du machst dir Sorgen um mich. Dass ich nicht lache! Wo warst du die letzten 10 Monate? Und all die Zeit davor, wenn ich dich brauchte? War ich nicht immer eine Belastung für dich? Dich hat doch nur gekümmert, dass es mir äußerlich gut geht, dass ich versorgt bin, damit niemand dir einen Vorwurf machen kann. Wie es innerlich in mir aussieht, hat dich doch nie interessiert! Du hast immer getan, was du wolltest, ohne dich zu fragen, wie es mir dabei geht. Ob du mich verletzt, ob du vielleicht besser auf deine Worte achten solltest? Es war dir egal.

Was weißt du schon von mir? Nichts. Du hast keine Ahnung. Und das soll auch so bleiben. Du kennst mich nicht - und du bist freiwillig aus meinem Leben gegangen. Dann bleib gefälligst auch. Was ich mache, geht dich nichts an. Du sollst gar nichts von mir wissen. Am besten nicht mal, ob ich noch lebe.

Es ist zu spät.

Vielleicht siehst du es irgendwann ein und versuchst, wieder eine Beziehung zu mir aufzubauen. Doch es wird nicht funktionieren. Es ist zuviel kaputt gegangen, und du hast das Recht verwirkt, mich deine Tochter nennen zu können.

Du hattest deine Chance. Lange genug. Immer wieder.  Sogar auf Zwang! Du hast gar nichts kapiert und nichts aus deinen Fehlern gelernt. Immer wieder hast du mein Vertrauen missbraucht und mich so unendlich enttäuscht. Das Maß ist voll.

Du wirst mich nie mehr einsperrn,
mich nie mehr manipuliern
Und ich werde nach vorn schaun
und den Rückweg verbarrikadiern

7.10.10 17:01, kommentieren

Das Versprechen

Irgendwann müssen wir alle gehen. Das ist nunmal so, dem kann man sich nicht entziehen. Eine Endgültigkeit, die mich beängstigt. Was mir jedoch viel mehr Angst macht, ist der Gedanke an die Menschen, die noch vor mir gehen werden. Allen voran mein bester Freund, weil er mir momentan der wichtigste Mensch auf der Welt ist.

Ich denke mit großem Unbehagen daran, dass er wohl vor mir gehen wird, weil er der Ältere ist. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Die Lücke wäre so unglaublich groß. Wie könnte eine Welt ohne ihn noch lebenswert sein? Es fehlte soviel.

Eine Unterhaltung bestätigte mir vor Kurzem meine Befürchtung: Er hat vor, vor mir zu gehen. Er würde nicht wollen, dass es andersrum wäre. Das kann ich verstehen, aber was spräche denn dagegen, gleichzeitig zu gehen? Er sagte, an ihm sollte es nicht liegen. :-)

Ich sprach mit ihm darüber, dass ich schreckliche Angst davor habe, ohne ihn leben zu müssen. Die Welt kommt mir so trist und grau ohne ihn vor. Er sagte, ich solle mir keine Gedanken machen, er würde ja noch eine Weile bleiben und wenn der Zeitpunkt gekommen sei, habe ich eine eigene Familie und könne ohne ihn leben. Ich glaube nicht daran. Er wird mir immer unheimlich fehlen. Seinen Platz könnte nie jemand ersetzen. Ohne ihn käme ich mir schrecklich alleine vor auf der Welt, egal wieviele andere Menschen ich um mich hätte. Die Vorstellung, in einer Welt zu leben, in der von ihm nichts bleibt als Erinnerungen, ist unvorstellbar grausam.

Es folgte ein bisschen Philosophie über das, was nach dem Tod kommt. Ich habe keine Ahnung, wie ich es mir vorstellen kann. Eines weiß ich aber ganz genau: Mein bester Freund wird auf mich warten, wohin auch immer er gehen mag. Er hat mir versprochen, dass er mich suchen wird in unserem nächsten Leben.

Dieses Versprechen wird mir die Kraft geben, ohne ihn weiterzuleben, weil ich sichergehen kann, ihn nie zu verlieren. Es wäre nur eine Trennung auf Zeit. Unsere Seelen aber sind für immer verbunden, egal was kommen mag.

10.9.10 20:27, kommentieren

Es ist einfacher, euch zu vermissen, als bei euch zu sein.

In letzter Zeit höre ich oft "Life without you" von Stanfour. Die Situation ist für mich vollkommen neu. Früher habe ich immer nur auf meine Gefühle gehört, egal, wo mich das hingeführt hat. Eine Entscheidung mit dem Verstand zu treffen und dabei glücklich zu werden, hätte ich nicht für möglich gehalten.

Klar, ich könnte glücklicher sein, aber könnte man das nicht immer? Zumindest bin ich glücklicher, als ich es die letzten Jahre über war. Ja, mir fehlt manchmal was, aber es sind nicht die Menschen an sich, sondern in ihrer Funktion.

Es geht mir gut ohne euch! Ich hätte das selbst nicht für möglich gehalten.

Ich sehe, wie ich mich verändere, und stelle mit Erstaunen fest, was ich in der Zeit ohne euch schon alles erreicht habe. Mir gefällt diese neue Art zu leben, ich fühle mich so wohl.

Durch den Abstand kann ich euch viel klarer sehen. Ich bin oft überrascht, mit was für Menschen ich mein Leben lang zu tun hatte, ohne es zu merken. Mir fallen Dinge wieder ein, die ich euch nie verziehen habe, und ich schreibe sie auf.

Manchmal gibt es natürlich auch gute Dinge, die ich jetzt erst sehe und vermisse. Doch das Gefühl, etwas an euch als Personen zu vermissen, ist um einiges leichter, als bei euch zu sein. Es ist auf eine Art sogar ein schönes Gefühl. Es tut gut, weil ich dabei mich selbst finde.

Natürlich ist die Situation, was ihn betrifft, etwas anders, aber im Grunde nicht so sehr. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich ihn vermisse, oder nur das, was ich glaubte, bei ihm gefunden zu haben. Ich bin sicher, wenn ich wieder jemanden gefunden habe, für den ich so fühlen kann, werde ich ihn vergessen können.

Ich habe mich oft gefragt, ob die Entscheidung, die ich getroffen habe, die richtige war. Aber wenn ich mir mein Leben im Moment angucke, bin ich so stolz auf mich. Ich habe in der Zeit ohne euch mehr geschafft als jemals zuvor, und das alles aus eigener Kraft.

Meine neue Lebensphilosophie ist einfach: Wenn mir etwas gut tut, halte ich mich daran, wenn mir etwas schadet, meide ich es so gut wie möglich. Dass ich sehr konsequent sein kann, sollte jeder wissen.

Solange ich noch Gefühle für euch habe, seid ihr nie ganz weg. Was mich begleitet, ist eine Hülle von euch. So habe ich das Gefühl, dass ihr irgendwo noch bei mir seid, auf eine stillschweigende Art und Weise. Es ist schwer zu beschreiben.

Es gibt Tage, da frage ich mich, ob Blut nicht doch dicker ist als Wasser und ich euch nicht doch an wichtigen Ereignissen in meinem Leben teilhaben lassen sollte. Aber warum? Mit welchem Recht? Was habt ihr für mich getan? Wann habt ihr mich das letzte Mal unterstützt? Und dann sollt ihr euch mit meinen Lorbeeren schmücken? Nein, ganz sicher nicht. Ihr habt keine Anteile an meinem Leben, oder Anrecht auf meine Zuwendung, nur weil in unseren Adern das gleiche Blut fließt. Ich ziehe es vor, Menschen um mich zu haben, denen ich wirklich etwas bedeute, die sich meine Liebe verdient haben und die mich glücklich machen um meiner selbst Willen.

Nach Meinung vieler wäre ich ein besserer Mensch, wenn ich Kontakt zu euch hätte. Aber ich ziehe es vor, glücklich zu sein.

 

Der Hochzeitstag meiner Eltern...

Gestern wären meine Eltern 23 Jahre verheiratet gewesen. Aber das ist lange vorbei und wahrscheinlich bin ich die einzige, die bei dem Datum automatisch daran denkt. Ich denke, für meine Mutter wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, mal ein bisschen über ihr Leben nachzudenken.

Was ist daraus geworden? Der 22.07.1987 sollte das Fundament deines Glückes werden. Nun erinnert nichts in deinem Leben mehr an diese Verbindung. Du besitzt nicht einmal mehr die Eheringe. Du hast deinen Mann verlassen, obwohl du ihn noch geliebt hast. Seit einigen Jahren steht ihr in gar keiner Verbindung mehr, obwohl ihr ein Kind habt. Du hast nicht einmal mehr Kontakt zu deiner Tochter. Es ist, als hätte es über zwei Jahrzehnte überhaupt nicht gegeben.

23.7.10 20:25, kommentieren

Wenn man jemanden liebt, der Gift für einen ist...

Schon seit Längerem stelle ich mir diese Frage. Was soll man tun, wenn man jemanden liebt, aber derjenige einen schlecht behandelt? Wenn ich jemanden liebe, bin ich bereit, ihm alles zu geben. Aber wenn die Nähe, ja der ganze Kontakt mit der Person, mir schadet? Darf ich das zulassen? Ich muss mich doch auch selbst schützen, mich um mein Leben kümmern und darf mich nicht runterziehen lassen. Zumal ich doch weiß, dass es zu nichts führt. Aber wie kann ich jemandem etwas verwehren, wenn ich ihn doch liebe? Ist nicht das kleine Glücksgefühl, das mir diese Liebe hin und wieder gibt, all den Schmerz wert? Ich bin bereit, mich selbst zu opfern für jemanden, den ich liebe. Sogar so ziemlich ohne zu zögern. Aber was, wenn ich weiß, dass derjenige es nicht verdient hat? Ich möchte meine Liebe als Geschenk sehen, das nur Menschen bekommen, die es in meinen Augen wert sind. Denn sie ist selten und kostbar. Wie kann ich welche lieben, die es nicht wert sind? Wieso liebe ich Leute, die ich nicht lieben will? Und wieso zur Hölle meint ihr, euch das Recht rausnehmen zu können, euch alles zu erlauben, weil ich euch ja sowieso verzeihe, weil ich euch ja sowieso immer lieben werde? Wie können Menschen, die mich nicht lieben, so dreist sein, meine Liebe auszunutzen und auch noch auf ihr rumzutrampeln? Und falls ihr mich doch liebt: Warum behandelt ihr mich dann nicht so?

Ich bin ein Mensch, der zu den Seinen hält, in guten wie in schlechten Zeiten. Jeder hat schlechte Zeiten. Ich kann jemandem alles verzeihen, weil ich ihn liebe. Wenn er aus einer augenblicklichen Überzeugung gehandelt hat oder wenn ich sehe, dass er sein früheres Handeln als falsch einschätzt, sich entschuldigt, mich um Verzeihung bittet. Natürlich will ich jemandem glauben, den ich liebe. Ich will glauben, dass er mich auch liebt, dass er es gut mit mir meint und am besten mit allem anderen auch. Aber ich kann dabei nicht meinen Verstand ausschalten und jemandem alles glauben, nur weil ich ihn liebe. Deshalb kann ich es einfach nicht zulassen, dass ihr mich ausnutzt, mich verletzt, mir mein Herz rausreißt, es zerfetzt, darauf rumtrampelt, Säure drüberschüttet und mit den Resten Brennball spielt. Dennoch frage ich mich, ob das nicht meine Pflicht wäre, als Mensch, der euch liebt. Hat Liebe Pflichten? Aber wenn nicht, hat sie Bedingungen, die man an die Menschen stellt, denen man sie entgegenbringt?

Ich weiß es nicht. Ich versuche, die Mitte zu finden, den Ausgleich zwischen Gefühl und Verstand, denn beide Argumentationen erscheinen mir schlüssig. Doch wie sieht "die Mitte" aus? Was ist der Kompromiss zwischen Ja und Nein, zwischen kein Kontakt und Kontakt, zwischen Selbstschutz und Selbstaufgabe?

Die Antwort lautet: Ich liebe euch, aber mich lieb ich mehr. Denn ich bin die einzige Person, der ich niemals aus dem Weg gehen kann, und wenn ich nicht dafür sorge, dass ich mich in meiner Haut wohlfühle, tut es keiner.


1 Kommentar 27.6.10 20:15, kommentieren

Sie hat sich verabschiedet

Die letzten Wochen waren die reinste Qual. Ich hatte wirklich Angst, dass mich die Sehnsucht nach ihr und der Wunsch, sie noch einmal in den Arm nehmen zu können, in den Wahnsinn treiben. Nichts half dagegen, und je mehr ich mir klar machte, dass es unmöglich ist, desto verzweifelter wollte ich es. Ich habe ihre Gegenwart bei mir gespürt, aber sie war nicht greifbar. Bis letzten Freitag...

In einer Community, in der ich angemeldet bin, gibt es eine Gruppe, die sich mit der Trauer um die Verstorbenen beschäftigt. Vor ein paar Wochen las ich dort ein Thema, in dem gefragt wurde, ob man von den Verstorbenen nach ihrem Tod geträumt hat. Ich konnte mich nicht daran erinnern. Einerseits dachte ich, dass das gut so sei, denn sonst hätte ich wohl nie verstanden, dass sie nicht mehr bei uns ist. Andererseits habe ich das offensichtlich auch so nicht und fand es schade, nicht von ihr geträumt zu haben. Ich rechnete aber auch nicht damit, es eines Tages zu tun.

Letzten Freitag war sie dann bei mir im Traum. Es war absolut unlogisch, denn ich wusste, dass sie tot war, ich hatte sie an ihrem Sterbebett gesehen, doch in meinem Traum war sie gesund und munter. Es ging ihr wirklich gut. Ich fragte sie nicht danach, wie es sein konnte, dass sie plötzlich wieder da war, sondern habe nur die Zeit mit ihr genossen. Mir wurde schnell klar, dass das meine letzte Gelegenheit sein würde, sie zu umarmen, also tat ich es mindestens fünfmal. Sie war schon ganz verwundert, aber sie musste es nicht verstehen. Wichtig war nur, dass sie da war und ich sie umarmen konnte und sie noch einmal ihre wunderbare Lebensfreude versprühen konnte.

Was mich jedoch verunsichert hat, war, dass unsere Stadt in dem Traum bombardiert wurde. Wir wurden aber nicht getroffen, konnten rechtzeitig ausweichen und sie hat wieder einmal das Unmögliche möglich gemacht und es geschafft, dass uns nichts passiert ist. Sie war eine wunderbare Frau.

Ich habe herausgefunden, dass die Bomben für meine Angst, sie zu verlieren, oder die andere Angst, verrückt zu werden, stehen könnten. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sie den Verlust dieses wertvollen Menschen oder das jähe Ende unserer gemeinsamen Zeit symbolisieren. Vielleicht war es auch ein Abschied. Jedenfalls ergibt es bei genauerem Nachdenken einen Sinn.

Es gibt ja die Theorie, dass Verstorbene in Träumen Kontakt zu den Lebenden aufnehmen und ihnen Botschaften übermitteln können. Andere sagen, dass das eigene Unterbewusstsein die Träume steuert. Ich weiß nicht, was es war, aber fest steht, dass man etwas Gutes mit mir im Sinn hatte. Sie noch einmal in den Arm nehmen zu können hat verdammt gut getan, und so konnte ich Abschied nehmen. Nun trage ich sie immernoch bei mir und in meinem Herzen, aber der Schmerz hat nachgelassen. Ich bin sehr dankbar für diesen Traum.

20.6.10 22:55, kommentieren

Ich vermisse sie

In letzter Zeit denke ich so oft an sie und ich weiß nicht, warum. Die Sehnsucht, sie nur noch einmal in den Arm nehmen zu können, schmerzt wie nie zuvor. Ich trage ihr Bild in meinem Portemonnaie, sehe sie fast jeden Tag. Ich denke an all ihre kleinen Eigenarten und die schönen Momente, die wir zusammen verbracht haben. Ich spüre ihre Gegenwart noch unverblasst, und doch kann ich meine Hand nicht nach ihr ausstrecken. Ich trage den Ring, den sie mir geschenkt hat, sehe mir oft die Fotos an, schwelge in alten Erinnerungen, höre "Die Lebenden und die Toten" und würde gerne alles dafür tun, dass sie unvergessen bleibt. Denn für mich ist sie das. Sie hat es verdient, dass jeder weiß, was für ein Mensch sie war, und wir nicht aufhören an sie zu denken. Es war der fünfte Geburtstag, den sie nicht miterleben durfte, und ich konnte ihr nichtmal einen Blog schreiben. Was kann ich noch für sie tun? Der Verlust schmerzt so sehr, die Lücke ist so groß, dabei ist es schon fünf Jahre her. Sie fehlt mir... Ich spüre ihre Nähe und der Wunsch, sie noch einmal ganz fest zu umarmen, wächst unaufhaltsam. Ich konnte ihr nicht einmal mehr sagen, dass es mir Leid tut. Die Worte waren in meinem Kopf, doch ich schaffte es nicht, sie auszusprechen. Ich war wie gelähmt. Es tut mir Leid. Ich liebe dich. Was würde ich nur dafür geben, noch einmal mit ihr reden zu können, bloß für fünf Minuten... In meinem Herzen lebt sie weiter, doch ich vermisse sie unermesslich.

Ihr dürft sie nicht vergessen!


1 Kommentar 8.6.10 18:53, kommentieren