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Sie hat sich verabschiedet

Die letzten Wochen waren die reinste Qual. Ich hatte wirklich Angst, dass mich die Sehnsucht nach ihr und der Wunsch, sie noch einmal in den Arm nehmen zu können, in den Wahnsinn treiben. Nichts half dagegen, und je mehr ich mir klar machte, dass es unmöglich ist, desto verzweifelter wollte ich es. Ich habe ihre Gegenwart bei mir gespürt, aber sie war nicht greifbar. Bis letzten Freitag...

In einer Community, in der ich angemeldet bin, gibt es eine Gruppe, die sich mit der Trauer um die Verstorbenen beschäftigt. Vor ein paar Wochen las ich dort ein Thema, in dem gefragt wurde, ob man von den Verstorbenen nach ihrem Tod geträumt hat. Ich konnte mich nicht daran erinnern. Einerseits dachte ich, dass das gut so sei, denn sonst hätte ich wohl nie verstanden, dass sie nicht mehr bei uns ist. Andererseits habe ich das offensichtlich auch so nicht und fand es schade, nicht von ihr geträumt zu haben. Ich rechnete aber auch nicht damit, es eines Tages zu tun.

Letzten Freitag war sie dann bei mir im Traum. Es war absolut unlogisch, denn ich wusste, dass sie tot war, ich hatte sie an ihrem Sterbebett gesehen, doch in meinem Traum war sie gesund und munter. Es ging ihr wirklich gut. Ich fragte sie nicht danach, wie es sein konnte, dass sie plötzlich wieder da war, sondern habe nur die Zeit mit ihr genossen. Mir wurde schnell klar, dass das meine letzte Gelegenheit sein würde, sie zu umarmen, also tat ich es mindestens fünfmal. Sie war schon ganz verwundert, aber sie musste es nicht verstehen. Wichtig war nur, dass sie da war und ich sie umarmen konnte und sie noch einmal ihre wunderbare Lebensfreude versprühen konnte.

Was mich jedoch verunsichert hat, war, dass unsere Stadt in dem Traum bombardiert wurde. Wir wurden aber nicht getroffen, konnten rechtzeitig ausweichen und sie hat wieder einmal das Unmögliche möglich gemacht und es geschafft, dass uns nichts passiert ist. Sie war eine wunderbare Frau.

Ich habe herausgefunden, dass die Bomben für meine Angst, sie zu verlieren, oder die andere Angst, verrückt zu werden, stehen könnten. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sie den Verlust dieses wertvollen Menschen oder das jähe Ende unserer gemeinsamen Zeit symbolisieren. Vielleicht war es auch ein Abschied. Jedenfalls ergibt es bei genauerem Nachdenken einen Sinn.

Es gibt ja die Theorie, dass Verstorbene in Träumen Kontakt zu den Lebenden aufnehmen und ihnen Botschaften übermitteln können. Andere sagen, dass das eigene Unterbewusstsein die Träume steuert. Ich weiß nicht, was es war, aber fest steht, dass man etwas Gutes mit mir im Sinn hatte. Sie noch einmal in den Arm nehmen zu können hat verdammt gut getan, und so konnte ich Abschied nehmen. Nun trage ich sie immernoch bei mir und in meinem Herzen, aber der Schmerz hat nachgelassen. Ich bin sehr dankbar für diesen Traum.

20.6.10 22:55, kommentieren

Ich vermisse sie

In letzter Zeit denke ich so oft an sie und ich weiß nicht, warum. Die Sehnsucht, sie nur noch einmal in den Arm nehmen zu können, schmerzt wie nie zuvor. Ich trage ihr Bild in meinem Portemonnaie, sehe sie fast jeden Tag. Ich denke an all ihre kleinen Eigenarten und die schönen Momente, die wir zusammen verbracht haben. Ich spüre ihre Gegenwart noch unverblasst, und doch kann ich meine Hand nicht nach ihr ausstrecken. Ich trage den Ring, den sie mir geschenkt hat, sehe mir oft die Fotos an, schwelge in alten Erinnerungen, höre "Die Lebenden und die Toten" und würde gerne alles dafür tun, dass sie unvergessen bleibt. Denn für mich ist sie das. Sie hat es verdient, dass jeder weiß, was für ein Mensch sie war, und wir nicht aufhören an sie zu denken. Es war der fünfte Geburtstag, den sie nicht miterleben durfte, und ich konnte ihr nichtmal einen Blog schreiben. Was kann ich noch für sie tun? Der Verlust schmerzt so sehr, die Lücke ist so groß, dabei ist es schon fünf Jahre her. Sie fehlt mir... Ich spüre ihre Nähe und der Wunsch, sie noch einmal ganz fest zu umarmen, wächst unaufhaltsam. Ich konnte ihr nicht einmal mehr sagen, dass es mir Leid tut. Die Worte waren in meinem Kopf, doch ich schaffte es nicht, sie auszusprechen. Ich war wie gelähmt. Es tut mir Leid. Ich liebe dich. Was würde ich nur dafür geben, noch einmal mit ihr reden zu können, bloß für fünf Minuten... In meinem Herzen lebt sie weiter, doch ich vermisse sie unermesslich.

Ihr dürft sie nicht vergessen!


1 Kommentar 8.6.10 18:53, kommentieren