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You're just too good to be true. Can't take my eyes off of you...

Lange habe ich mich hier nicht zu Wort gemeldet. Doch wer denkt, dass mein Leben derweil ruhiger geworden ist, der irrt. Nur der Fokus hat sich etwas verschoben.

Die letzte unglückliche Liebe zog sich lange hin. Ich hatte kaum die letzten Sätze darüber, wie sehr ich über ihn hinweg war, eingetippt, als er auch schon wieder vor meiner Tür stand. Trotzdem habe ich mich mit meiner Einschätzung nicht geirrt. Die erste Verliebtheit hatte ich überwunden. Aber er hat mich auf so vielen Ebenen fasziniert, dass ich mich noch ein zweites, drittes und viertes Mal in ihn verliebt habe. Das war mir vorher noch nie passiert und genau aus diesem Grund ist auch nie das Kribbeln verschwunden, das ich in seiner Nähe gefühlt habe.

Es war ein langes Auf und Ab. Ich bereue dennoch nichts. Nicht eine Träne, nicht einen Streit, nicht ein böses Wort, keine einzige Trennung und anschließende Versöhnung. Weil alles zur richtigen Zeit geschah. Selbst mit dem Wissen von heute würde ich alles genauso machen, weil unsere Geschichte genau so verlaufen musste. Hätten wir früher alles beendet, hätte ich es nicht kapiert. Ich würde ihm immer noch hinterhertrauern. Hätten wir es nach dem letzten großen Knall nochmal versucht, hätte es uns beiden nicht gut getan. Ich hab ihn nicht vergessen und werd's auch nicht tun. Aber ich weiß, dass unsere gemeinsame Zeit abgelaufen ist und es uns ohne einander besser geht. Die letzte, endgültige Trennung hat sich wie eine große Befreiung angefühlt, dauerhaft.

Ich bin wieder frei, in jeder Hinsicht.

Und wie das Leben so spielt, ist mir kurze Zeit später jemand begegnet. Er ist umwerfend - und ich werde nie eine Chance bei ihm haben. Seine Augen leuchten mich jeden Tag an, er riecht verboten gut, selbst von weitem, ist so freundlich und charmant, dass es schon fast unverschämt ist, und sich dessen wahrscheinlich nicht einmal bewusst... Natürlich kenne ich ihn nicht gut, aber was ich bis jetzt kenne, gefällt mir sehr. Vom ersten Augenblick an bekomme ich ihn nicht aus dem Kopf - seit nunmehr fast sechs Monaten schmachte ich ihn aus der Ferne an. Und ich weiß ganz genau, so wird und so muss es bleiben.

Sein Ehering war das Erste, was mir nach seinen leuchtenden Augen aufgefallen ist, noch am ersten Tag. Ich konnte es zunächst gar nicht glauben. Er sieht viel zu jung aus, um schon verheiratet zu sein. Leider ist es aber wahr... Im ersten Moment war ich noch naiv genug, zu denken, dass eine minimale Restchance bestünde, dass es ihn auf den ersten Blick genauso getroffen hätte wie mich und er, noch bevor irgendetwas zwischen uns passieren würde, seine Frau verlassen könnte, um mit mir zusammen zu sein. Er hat sie schließlich geheiratet, bevor er mich kannte, er wusste also gar nicht, welche andere Möglichkeit er noch gehabt hätte, und ich hatte nie eine Chance, unter Beweis zu stellen, dass ich unter Umständen besser zu ihm gepasst hätte... Wir waren einfach nicht zur rechten Zeit im gleichen Raum-Zeit-Kontinuum. Das Leben ist manchmal nicht fair.

Alle hätte-wäre-könnte-wenn-Gedanken waren sofort weggeblasen, als ich erfahren habe, dass er nicht nur Ehemann, sondern auch Vater ist... Auch das hat mich kalt erwischt. Aber ich würde mich schon nicht aktiv in eine Ehe einmischen, wenn sie kinderlos wäre, und einem Kind seinen Vater wegzunehmen, kommt für mich überhaupt nicht in Frage.

Ich muss aufhören, an ihn zu denken. Und für eine Weile ist mir das auch einigermaßen gelungen. Aber es ist schwierig, ihn nach wie vor zu sehen. Er weiß natürlich nichts von meinen Gedanken und Gefühlen und ist einfach nur normal nett zu mir. Und er ist so verdammt umwerfend, und dass er nicht einmal von dieser Wirkung ahnt, macht ihn umso attraktiver...

Nur wer dich sah, kann mich versteh'n.
Du kamst mir nah, und ich blieb steh'n.
Nur wer dich fühlt, kennt deine Haut.
Ein langer Blick, der keinem traut.
Nur wer dich schmeckt, kennt das Gefühl,
dass man ewig geben will.
Nur wer dich sieht, kennt auch die Macht,
erstarrte Flammen in der Nacht.

Ich kann nicht aufhören, ihn heimlich anzuschmachten. Solange ich es ihm nicht zeige, ist da ja auch überhaupt nichts bei. Die Gedanken sind frei und Fantasien sind immer erlaubt. Solange man sie niemals Realität werden lässt. Manchmal ertappe ich mich bei dem Wunsch, dass seine Frau und er sich einfach so trennen könnten, weil sie sich nicht mehr verstehen, und ich ihm endlich mein Interesse, ihn näher kennenzulernen, signalisieren könnte. Aber ich weiß ganz genau, dass ich nicht einmal dann glücklich wäre, wenn es wirklich so laufen und er sich für mich entscheiden würde. Ich würde einfach nicht damit klarkommen, dass wir beide uns nicht im selben Lebensabschnitt befinden. Ich habe bei einigen Menschen in meinem Umfeld gesehen, dass man manchmal beim zweiten Versuch viel glücklicher wird als beim ersten und dass Patchwork-Familien funktionieren können... Aber auch wenn ein Partner schon Kinder hatte und der andere nicht unbedingt auch immer, hatten sie trotzdem eine Sache stets gemeinsam: Für beide war es die zweite Ehe. Ich aber war noch nie verheiratet und habe keine Kinder. Für mich ist sowohl die Ehe als auch die Familie - vielleicht naiv betrachtet - noch etwas Besonderes und ich habe den Traum von einer heilen Familie noch nicht aufgegeben. Ein Kind braucht immer beide Elternteile und es ist am besten, wenn es mit beiden zusammen in einer harmonischen Gemeinschaft aufwächst. Garantien gibt es zwar für keine Beziehung, unabhängig vom Trauschein und von Kindern, aber in dem Moment, in dem man sich darauf einlässt, glaubt man doch immer, dass es funktioniert - sonst würde man es ja gleich lassen. Bei meinen Eltern ist es anders gelaufen als geplant und ich weiß, wie sich das für ein Kind anfühlt. Deshalb ist es mir sehr wichtig, meinen zukünftigen Kindern dieses Ideal bieten zu können und zumindest mein Bestes dafür zu geben. Aber wie könnte ich mit jemandem leben, der all das schon einmal einer anderen versprochen und gebrochen hat, selbst wenn es meinetwegen gewesen wäre oder selbst wenn sie ihn wegen eines anderen verlassen hätte? Es wäre nicht mehr dasselbe. Er wäre so oder so viel desillusionierter als ich und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es trotzdem klappen könnte. Außerdem wünsche ich seinen Kindern aus tiefstem Herzen, dass sie nie erleben müssen, wie sich ihre Eltern trennen.

Es gibt keine Zeitreisen. Ich kann die Uhr nicht zurückdrehen an einen Punkt, als er noch unverheiratet und kinderlos war. Diese Gegebenheiten werden immer bleiben. Es gibt also definitiv keine Chance für ihn und mich.

Und tief in mir drin weiß ich, dass das auch gut so ist, weil das, was ich für ihn empfinde, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Schwärmerei, eine oberflächliche Verliebtheit, ist. So bleibt die Hoffnung, dass irgendwo da draußen jemand ist, der auf dem gleichen Level ist wie ich und den ich unsterblich lieben werde und der diese Gefühle auch erwidern wird.

Aus meinem Kopf wird der hier beschriebene Mann aber sicher erst verschwinden, wenn ich ihn nicht mehr sehen muss. Aus den Augen - aus dem Sinn... Es ist nicht wirklich so, dass ich seinetwegen nicht schlafen könnte oder ihn im Urlaub vermisse. Ich konzentriere mich dann einfach auf andere Dinge und er gerät in den Hintergrund. Nur, wenn ich ihn wiedersehe, geht alles wieder los...

You're just too good to be true
can't take my eyes off of you
you'd be like heaven to touch
I wanna hold you so much

Pardon the way that I stare
there's nothing else to compare
the sight of you leaves me weak
there are no words left to speak

Trotz allem - und das passt nicht ganz zum Rest meines Eintrags, abgesehen davon, dass es bestätigt, dass die eben geschilderte Verliebtheit nur oberflächlich ist - gibt es einen Mann, der mich in letzter Zeit immer wieder beschäftigt - und das, ganz ohne dass ich ihn sehe oder von ihm höre. Ich weiß auch, dass das nächster Zeit nicht geschehen wird, und trotzdem sitze ich immer wieder hier und lese alte Briefe und Nachrichten oder höre Lieder, die mich an ihn erinnern... Doch auch, wenn ich es nicht tun würde, wäre er in meinen Gedanken - es ist vielmehr so, dass ich in manchen Momenten bewusst versuche, die Erinnerungen aufzurufen, weil ich ihn vermisse.

Ich habe hier schon zuvor von ihm geschrieben. Die Rede ist natürlich von "diesem einen Mann". Vor etwa zwei Wochen hätten wir unseren zehnten Jahrestag gehabt und ich kann nicht sagen, wie ich den Tag rumgebracht und wie zur Hölle ich es geschafft habe, sogar zwischenzeitlich gar nicht mehr daran zu denken. Es hat mir das Herz zerrissen. Aber der Kummer fühlt sich jetzt anders an, weil er nicht mehr frisch ist. Es ist ein subtiler Schmerz, einer, über den ich mit niemandem rede, weil ich das bereits in den ersten Jahren, nachdem er mich verlassen hatte, zu Genüge getan habe und weil es heute ohnehin niemand verstehen würde. Ich verstehe es ja selbst nicht so ganz. Aber ich weiß ganz sicher: Nein, man kommt niemals drüber weg. Nein, man hört niemals auf, diesen einen Mann zu lieben.

Doch ich weiß auch, dass es für ihn und mich höchstwahrscheinlich keine ernsthafte Chance geben wird und dass ich für ihn nicht das bin, was er für mich ist. Er ist unerreichbar und wird es bleiben.

Now he left a in hole in my heart
a hole in a promise
a hole on the side of my bed
Oh now that he's gone well life carries on
and I miss him like a hole in the head

Well sometimes you can't change and you can't choose
And sometimes it seems you gain less than you lose

Now we've got holes in our hearts, yeah we've got holes in our lives
Where we've got holes, we've got holes but we carry on

Natürlich mache ich weiter ohne ihn. Damit habe ich mich schon lange abgefunden. Ich weiß auch, dass ich in der Lage bin, starke Liebe für einen anderen Mann zu empfinden. Deshalb gebe ich auch die Hoffnung nicht auf, noch meinen eigenen Familienvater zu finden und mit ihm glücklich zu werden. Aber es bleibt eben wahr: Angesichts dessen, was ich für diesen einen Mann gefühlt habe, kann jedes Gefühl für einen anderen Mann nur noch ein Kompromiss sein, egal, wie bombastisch es auch sein mag. Ich kann das nicht mal angemessen in Worte fassen.

Ich werde mein Leben weiter leben. Ich werde mich in jemand anderen verlieben. Ich werde denjenigen heiraten, mit ihm in ein Haus mit Garten ziehen und ihm die Welt zu Füßen legen, seine Kinder zur Welt bringen und großziehen, für ihn kochen, waschen, putzen, ihn pflegen, wenn er krank ist, alles mit ihm teilen und hoffentlich bis zu meinem Lebensende glücklich an seiner Seite sein... Aber es wird mir dennoch einen Stich versetzen, wenn dieser eine Mann eines Tages eine andere heiraten sollte. Oder wenn er stirbt. Und wenn er eines Tages vor meiner Tür steht und mich bittet, mit ihm zu gehen... Dann werde ich womöglich alles andere zurücklassen. Weil ich ihn so sehr liebe. Weil die Sehnsucht nach ihm zu groß ist. Weil ich immer sein Foto herausholen werde, wenn mich jemand nach meiner großen Liebe fragt. Weil er der Eine ist.

Werd' dich für immer vermissen.
Ich werd' dich nie vergessen.
Jeden goldenen Tag,
werd' ich für immer vermissen.
Egal was wir getan haben,
was wir gesagt haben,
vergess ich nich.
Ich vergess dich nicht.

2.12.16 00:17, kommentieren

Das Gefühl danach

Das ist wieder eine dieser Phasen, in denen ich mich schwer damit tue, angemessene Formulierungen für meinen emotionalen Zustand zu finden. Unter anderem deshalb, weil es nicht leicht ist, ihn abzugrenzen und zu verstehen.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Ich sitze an meinem Schreibtisch und höre Lieder, die mich an frühere Zeiten erinnern. An verflossene Lieben. Und ich fühle: Nichts. Nein, das ist nicht ganz richtig. Ich fühle nichts Starkes. Keinen Schmerz mehr, kein Leid. Nur stetig verblassende Erinnerungen und sicher verheilte Narben. Und ich könnte heulen.

Warum?

Weil mir klar wird, dass ich nicht gelogen habe, als ich sagte: Ich bin drüber weg. Selbst bei der letzten unglücklichen, noch nicht lang zurückliegenden Geschichte. Der Schmerz ist vorbei und der Mensch mir egal.

Ich weiß, dass ich mir diesen Moment lange und sehnsüchtig herbeigewünscht habe. Dass ich Liebeskummer als die fieseste aller Krankheiten bezeichnet habe, dass ich unbedingt einen Ausschalter für Gefühle haben wollte, um die Stimmungsverdunkler einfach wegzuknipsen. Ich konnte es nicht erwarten, endlich wieder frei zu sein und die Abhängigkeit, die ich gefühlt habe, loszuwerden.

Aber ich erinnere mich auch noch gut daran, wie alles begann. Wie glücklich ich war, als mich die Liebe wieder einmal überwältigt hat. Wie ein Orgasmus fühlt sich dieser Vorgang jedes Mal ein bisschen anders an als beim letzten Mal und doch immer ähnlich. Die ersten Wochen, nachdem man sich neu verliebt hat, sind auch beim 10. Mal noch etwas Besonderes und Einzigartiges.

Ich vermisse dieses Gefühl. Das ist der Grund, warum ich weinen könnte. Es hat nichts mit den Personen an sich zutun, sondern mit dem, was ich einmal für sie gefühlt habe, wie es war, damals, in jenen ersten Wochen. Das alleine ist schon schwer zu erklären.

Obwohl ich froh bin, jeden Liebeskummer meines Lebens überstanden zu haben, wünscht sich ein Teil von mir, dass die eine oder andere Liebe es überlebt hätte.

In den letzten Tagen habe ich insbesondere oft an eine bestimmte Person gedacht - er ist nicht der gewesen, den ich als die Liebe meines Lebens bezeichnen würde, und auch nicht der Letzte, den ich geliebt habe, aber der, für den ich am intensivsten empfunden habe. Ein derartiges Feuer mit allen Höhen und Tiefen hat sowohl vor ihm als auch nach ihm niemand mehr in mir entfacht und das macht ihn bis jetzt einzigartig. Zudem war er der erste Mann, den ich nach meiner großen Liebe derart stark und derart anders geliebt habe, dass ich weder verglichen noch zurückgeblickt habe und einfach das Gefühl hatte, dass eine neue Ära begonnen hat.

Auf der anderen Seite habe ich wegen ihm auch viel intensiver gelitten als wegen irgendeinem anderen. Diese Liebe hat mich so unglaublich viel Kraft gekostet, dass ich gerade genug Energie hatte, um zu überleben, und anschließend vor den Trümmern meines Lebens stand. Ich glaube nicht, dass er weiß, um was er mich tatsächlich gebracht hat und welche unvorhergesehene Wendung mein Leben seinetwegen genommen hat, aber ich mache ihm heute auch keine Vorwürfe mehr deswegen. Mittlerweile sehe ich die Fehler bei uns beiden und ärgere mich über mich selber, dass ich jedes Mal abgeblockt habe, wenn er versucht hat auf mich zuzugehen. Andersrum war es natürlich genauso. Wir haben uns alle beide einfach unglaublich blöd angestellt und so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Im Nachhinein denke ich, dass es für jeden von uns so viele Chancen gegeben hat, die wir ungenutzt verstreichen lassen haben.

Ich habe dir damals nicht vertraut und war fest davon überzeugt, dafür meine Gründe zu haben. Du hast selbst gesagt, dass du mit Menschen spielst, und warst sogar noch stolz darauf, und ich wollte um nichts in der Welt eins deiner Spielzeuge sein. Dafür hab ich sogar den Preis gezahlt, meine Liebe zu verleugnen und jeden Versuch gewagt, sie auszurotten wie Unkraut. Aber ich habe nicht einen Schritt in die Richtung unternommen, sie funktionieren zu lassen. Ich hatte zuviel Angst. Ich werde nie erfahren, ob es hätte funktionieren können, wenn ich anders gehandelt hätte.

Verlieben, verloren,
vergessen, verzeihn,
verdammt, war ich glücklich!
Verdammt, bin ich frei!
Ich hatte doch alles, alles, was zählt
ohne dich leben, jetzt ist es zu spät

Im Grunde haben wir beide uns selber durch unser eigenes Verhalten viel mehr verletzt, als wir es jemals gegenseitig hätten tun können. Diese Einsicht kommt mir nicht zum ersten Mal. Warum tut sie gerade jetzt so weh und beschäftigt mich in letzter Zeit derart?

Weil ich mich zurücksehne nach den Gefühlen von damals. Ich bin in diesem Jahr nicht nur wahnsinnig unglücklich, sondern auch unglaublich glücklich gewesen. Ich sehne mich nach den Momenten, in denen das Herz die Kontrolle übernimmt, man wie auf Wolken schwebt und alles möglich erscheint.

Natürlich hatte ich dieses Gefühl auch nach dir, sogar ein einziges Mal wieder annähernd so stark wie bei dir. Warum denke ich trotzdem an dich statt an ihn? Weil die Sache mit ihm, obwohl sie noch nicht lange her ist, bereits jetzt viel abgeschlossener ist, als sie bei dir jemals sein wird. Wir haben alles besprochen, ich habe keine offenen Fragen mehr an ihn und ich weiß genau, was wann wo schief gelaufen ist und warum aus uns nicht mehr werden konnte. Mir ist klar, dass weder sein noch mein Verhalten fehlerfrei und perfekt waren, aber trotzdem keiner von uns beiden die Schuld daran trägt, dass es nicht funktioniert hat. Wir waren einfach nicht füreinander gemacht und das wusste ich eigentlich von Anfang an.

Aber du und ich, wir konnten nie offen miteinander reden, und wenn doch, waren wir uns nie sicher, nicht angelogen zu werden. Viele Fragen sind offen, und ich frage mich oft, was gewesen wäre, wenn ich mich in dieser oder jener Situation anders verhalten hätte. Doch selbst, wenn ich noch eine Möglichkeit hätte, mit dir zu sprechen - ich weiß genau, du gehst nicht ans Telefon, wenn du meine Nummer siehst, auch wenn ich nur vermuten kann, warum - würde das absolut nichts mehr ändern zwischen uns. Denn ich heule den Gefühlen hinterher, nicht dir. Und das ist eigentlich das Schlimmste an der ganzen Geschichte. Zu wissen, dass der Zug definitiv abgefahren ist. Ich liebe dich nicht mehr, und ich habe es schon nicht mehr getan, als ich dich das letzte Mal gesehen habe, auch wenn es mich selbst überrascht hat. Ich kann meine Fehler der Vergangenheit nie wieder gut machen, weil es keine Zukunft für uns gibt.

Dass ich gestern Nacht einen sehr emotionalen Traum von meiner großen Liebe hatte, bestätigt mich in meiner Einschätzung. Ich habe mich nach dem Aufwachen gefragt, warum ich so etwas von ihm träume, wo ich mir doch seit anderthalb Jahren endgültig sicher bin, über ihn hinweg zu sein. Meine Erklärung ist: Es ist völlig egal, von wem ich im Moment träume oder wem ich hinterhertrauere. Es geht dabei nicht um den Mann, sondern um die Gefühle, die ich mir zurücksehne. Ich möchte so gerne wieder jemanden kennenlernen, bei dem ich Herzklopfen und Schmetterlinge im Bauch habe, jemanden, der mir das Gefühl gibt, fliegen und auch wieder zu Boden stürzen zu können, jemanden, über den ich alles erfahren möchte, jemanden, mit dem ich pausenlos Nachrichten schreiben kann und trotzdem jedes Mal aufgeregt bin, jemanden, bei dem mein ganzer Körper kribbelt, wenn er mich nur flüchtig berührt, jemanden, der mich zu einer willenlosen Untertanin meines Herzens macht… und endlich mal jemanden, der all das auch erwidert. Ich weiß, dass es möglich ist, nicht nur in Büchern, sondern auch im wahren Leben.

Und so kommt es, dass ich unglücklich darüber bin, dass ich über jede verflossene Liebe hinweg bin, und dass ich kürzlich nachts jemanden anrufen wollte, dem ich nichts mehr zu sagen habe, und das nur aus schlechtem Gewissen darüber, dass er mir egal ist.

8.3.15 19:00, kommentieren

Neue Irrungen und Wirrungen

Dies könnte ein neuer "Irrungen und Wirrungen"-Eintrag sein.

Obwohl heute nicht "Throwbak-Thursday" ist, musste ich gerade an eine längst vergangene Geschichte denken und habe dazu einen alten Nachrichtenverlauf mit einer ehemaligen Freundin gelesen, in dem es um die Gefühle für meinen letzten richtigen Partner ging. Sie hat mir damals vorgeworfen, ich würde mich selbst belügen, und wenn das, was ich für ihn empfand, wirklich Liebe sei, dann müsste sie dafür erst einmal ein passendes Wort in ihrem Wortschatz finden, denn meine Gefühle für ihn seien meilenweit entfernt von dem, was sie Liebe nenne.

Damals habe ich mich von ihren Ausführungen ein wenig angegriffen und verletzt gefühlt, weil ich die Quintessenz ihrer Worte nicht verstand. Ich war wahrscheinlich zu nah am Geschehen, um scharf sehen zu können, und wir haben aneinander vorbeigeredet, weil ich meine Gedanken und Gefühle in ihrer Komplexität nicht angemessen ausdrücken konnte und mich so in Widersprüche verstrickt habe.

Heute denke ich mehr oder weniger genauso wie meine Freundin. Eigentlich habe ich auch schon damals so gedacht und gefühlt, jedoch war es mir nicht immer bewusst. Das, was ich für meinen Exfreund empfunden und in meinem Eintrag "Irrungen und Wirrungen" beschrieben habe, kann keine Liebe gewesen sein. Ich kann mir bis heute keine befriedigende Antwort auf die Frage geben, was genau das eigentlich für Gefühle waren. Vielleicht war es sogar Liebe, aber nicht die Art, die ich als "die richtige" ansehe? Eine ungesunde Art von Liebe, die die Schmetterlinge im Bauch und den Geschmack von Zuckerwatte auslässt und sich von Anfang an schlecht anfühlt? Oder fühlt sich so eine Freundschaft an, aus der man versucht mehr zu machen, weil man sich so sehr wünscht, dass man die Liebe gefunden hat?

Ich habe die Beziehung mit meinem Exfreund nicht geplant, man muss vielmehr sagen, dass ich mich in mein Schicksal gefügt habe, weil ich nicht länger verleugnen konnte, dass ich Gefühle für ihn hatte, und weil ich das Empfinden hatte, mit ihm weniger unglücklich zu sein als ohne ihn. Ja, so muss man es sagen… Ich habe mich mit den Gefühlen für ihn nie wirklich wohlgefühlt, aber sie waren zweifellos da und haben mich zu ihm hingezogen. Sicher hat auch der Umstand, dass ich endlich über meine hier ebenfalls schon beschriebene große Liebe hinwegkommen wollte, dazu beigetragen, dass ich diese Beziehung eingegangen bin. Aber die Gefühle, die ich für meinen Exfreund hatte, hatten nicht nur mit der Vorstellung meiner Freundin von Liebe, sondern auch mit meiner eigenen herzlich wenig gemein.

Lange Zeit nach der Trennung kam mir der Gedanke, dass ich - weil sich die Art der Zuneigung nicht so anfühlte, wie ich sie haben will - eigentlich nie gewollt habe, dass diese Beziehung funktioniert, mich offen gegen meine Gefühle gesträubt und immer wieder versucht habe, sie zu verleugnen - getreu dem Motto: "Ich könnte jederzeit gehen und er kann froh sein, dass er mich hat" - und dass eine Beziehung unter solchen Voraussetzungen von vornherein keine Chance hat, zu funktionieren. Ich selbst habe sie ihr verwehrt. Nach dieser Einsicht fing ich an, an mir selbst und meiner Einschätzung zu zweifeln. Ich dachte: Was, wenn es einfach eine andere Art von Liebe war, die ich noch nicht kannte - deswegen muss sie doch nicht gleich schlecht sein? Vielleicht hätte ich glücklich werden können, wenn ich mich darauf eingelassen hätte? Wie kann ich denn so anmaßend sein und behaupten, nur Liebe auf den ersten Blick sei das einzig Wahre?

Und ich schaute mich in meinem Umfeld um und verglich meine romantischen Vorstellungen mit der Realität. Dabei musste ich feststellen, dass bei kaum einer Partnerschaft in meinem Freundes- und Verwandtenkreis die Liebe auf den ersten Blick zugeschlagen hatte; häufig war sogar mindestens einer von beiden anfangs überhaupt nicht am anderen interessiert gewesen und die, bei denen es auf den ersten Blick gefunkt hatte, waren meistens nicht allzu lange zusammen geblieben.

Hier stellt sich dann allerdings auch die Frage, ob die Paare, die sich zu Beginn nicht füreinander interessiert haben oder wo einer den anderen erst überzeugen oder "erobern" musste, das verbindet, was ich mir unter dem Begriff "Liebe" vorstelle, oder ob die Welt vielleicht viel unromantischer ist, als ich vermutet hätte, und die meisten Menschen einfach nur eine Zweckbeziehung führen, um nicht allein zu sein oder was auch immer. Ich habe auch darüber nachgedacht, ob das vielleicht das einzig Wahre ist - jemanden zu haben, mit dem man harmoniert, um zusammen durch's Leben zu gehen, auch wenn das Kribbeln fehlt? Wenn es doch all die anderen glücklich macht? Vielleicht ist Liebe gar nicht der Grundstein solider Beziehungen? Aber wer sagt mir denn, dass all die Menschen in ihren soliden Beziehungen aktiv glücklich sind und sich nicht einfach nur mit ihrem Schicksal abgefunden haben?

Woher weiß man, was das Richtige für einen ist? Sind vielleicht auch Zweifel normal?

Ich für meinen Teil habe die Antwort gefunden. Wer den vorherigen Eintrag gelesen hat, der weiß, dass ich mich in einen Mann verliebt hatte (bei dem mir übrigens nie Zweifel über meine Gefühle oder das Richtig oder Falsch gekommen waren), bei dem ich absolut keine Chance hatte. Das zu akzeptieren, war schwer. Ich sagte zu mir: Du musst ihn endlich vergessen, sieh dich nach einem anderen Mann um… und so kam es, dass ich auf meiner Geburtstagsfeier, bei der mein Angebeteter auch anwesend war, mit einem anderen Mann flirtete und Arm in Arm mit diesem auf der Couch saß. Ich wollte es wirklich versuchen, doch ich hatte nur Augen für meinen kleinen Engel. Mir wurde klar, dass ich einem anderen Mann nicht mehr als Freundschaft geben könnte, solange die Gefühle für meinen Engel nicht abgeklungen waren, und das sagte ich dem anderen Mann auch. Er erwiderte, er wolle nur eine Freundschaft. Soweit, so gut…

Von da an gehörte häufig ein Abend am Wochenende ihm, wir sahen DVDs, redeten bis tief in die Nacht, verabredeten uns zum Schwimmen und schmiedeten Pläne, zusammen in den Urlaub zu fahren, ins Musical oder ins Kabarett zu gehen. Das Schöne war, dass wir - so dachte ich damals zumindest - absolut auf einer Wellenlänge waren, ich konnte über alles mit ihm reden, er brachte mich zum Lachen und bei ihm konnte ich mich entspannen. Ein echter Freund eben. Der beste Freund, wenn man das so sagen kann nach drei Monaten. Er war quasi mein engster Vertrauter. Ich wollte ihn nicht mehr missen in meinem Leben.

Trotz allem wurde ich den Verdacht nicht los, dass er mehr als Freundschaft von mir wollte, und mir fiel auf, dass er in ziemlich allen Punkten dem entsprach, wie ich mir den Mann zum gemeinsam Altwerden vorstellte… All die oben beschriebenen Gedanken rangen miteinander in meinem Kopf, und plötzlich wusste ich: Ich wollte mehr als Freundschaft. Aber es war wie bei meinem Exfreund - nicht wirklich Liebe, jedoch mehr als Freundschaft, irgendeine merkwürdige Art der Zuneigung…

Wir haben es versucht und hatten ein paar gute Momente, fühlten uns aber beide nicht richtig wohl. Letztendlich hat er es beendet und gab als Grund an, dass es einfach keinen Sinn mit uns habe. Obwohl es mir sehr wehtat, wusste ich genau, tief in mir drin, dass er vollkommen Recht hatte und es besser war, die Sache nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich wünschte, ich hätte es selbst gekonnt. Aber ich konnte zu dem Zeitpunkt nicht einmal benennen, was mich an der Beziehung gestört hat. Was hat gefehlt? Wir passten doch so gut zusammen, ich hätte mir nicht mehr wünschen können, dachte ich.

Nach ein paar Tagen ist mir klar geworden, was das fehlende Puzzleteil war: Das gewisse Etwas. Das Kribbeln. Die Assoziation mit allerlei Positivem, wenn ich an ihn denke (ich hätte ihn niemals "meinen Engel" oder ähnliches genannt). Das, was man nicht in Worte fassen kann. Ich hatte bei ihm viel, aber eine Beziehung lebt nicht davon, dass man objektiv zusammenpasst und besonders viele Traumfrau-/Traummanneigenschaften des anderen erfüllt, sondern einzig und allein von den Gefühlen, die man füreinander hat. Zufriedensein und Glücklichsein, das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Mir reicht Zufriedensein nicht, ich ziehe Glücklichsein vor.

Die ganze Geschichte mit meinem guten Freund war genauso unnötig wie die mit meinem Exfreund. Oder vielleicht war sie es auch nicht, weil ich jetzt genau weiß, dass ich nur auf mein Herz hören muss und nicht auf die Ratschläge anderer. Mein Herz konnte in beiden Fällen Richtig von Falsch unterscheiden. Wer dieses Urteil in Frage gestellt hat, war mein Verstand.

Das Schlimmste für mich ist die Tatsache, dass wir nun keine Freunde mehr sind. Er ist komplett aus meinem Leben verschwunden. Ich kann sein Verhalten nicht wirklich nachvollziehen und es verletzt mich sehr, dass ich schon wieder einen Menschen verloren habe, der mir nahestand, und alleine zurückgelassen wurde. Es hat manchmal den Anschein, als sei ich es einfach nicht wert, gemocht oder gar geliebt zu werden. Und langsam fange ich an, zu glauben, dass es ganz allein meine Schuld ist. Das Traurige daran ist nur, dass ich mich nicht ändern werde, weil ich nicht die Kraft und den Willen habe, mich zu verbiegen.

Du hast gesagt, ich schaff es nie ohne dich
Ich hab gehört, dass du das allen erzählst
Das find ich absolut lächerlich
Ich hab doch nie gesagt, dass du mir fehlst

Im letzten Jahr habe ich zuviele Freunde verloren - oder solche, die ich dafür gehalten habe. Die andere von den beiden Personen, die mich am meisten verletzt haben, ist ein Mädchen, das ich einst für meine beste Freundin gehalten habe. Sie hat vom einen auf den anderen Tag aufgehört mit mir zu sprechen und ignoriert mich, als hätten wir uns nie gekannt. Oder als hätte ich eine ansteckende Krankheit. Ich weiß bis heute nicht den Grund für ihren Verhaltensumschwung. Sie hat keine meiner Nachrichten und keine meiner Fragen beantwortet. Ich habe aufgegeben, um mich vor weiterer Kränkung und weiterem Schmerz zu schützen. Womit habe ich das verdient? Und warum kommt es immer von den Menschen, von denen man es am wenigsten erwartet? Es scheint, manche Lebewesen haben kein Herz…

Dann plötzlich streichelt sie mir im Vorbeigehen über den Rücken oder hält mir die Tür auf, nur um anschließend wieder durch mich durch zu gucken, als wäre ich Luft. Was soll ich davon halten?! Kann sie sich nicht für einen Weg entscheiden? Es tut nach all den Monaten immer noch weh genug, dass sie mich ignoriert, aber es würde leichter fallen, wenn sie mir die Tür vor der Nase zuschlagen würde, als wäre ich nicht da. Dann wüsste ich wenigstens genau, woran ich bin. Ein klärendes Gespräch wäre möglicherweise auch nicht verkehrt, aber ich werde sie nicht noch einmal darum bitten. Sie hat die Tür unserer Freundschaft zugeschlagen. Sie hat beschlossen, nicht mit mir zu reden. Und ich habe zuviel Angst, dass die Wunden wieder aufreißen und noch mehr schmerzen, wenn ich versuche mit ihr zu reden und sie nicht darauf eingeht.

So bin ich abgestumpft und achte darauf, die Menschen nicht zu nah an mich heranzulassen, um mein Herz zu schonen. Es hat genug durchgemacht in den letzten Monaten. Ein Gutes hat die Sache jedoch: Für den Mann, in den ich noch auf meiner Geburtstagsparty verliebt war, hege ich mittlerweile nur noch freundschaftliche Gefühle.

Es gibt momentan einen einzigen Mann, der mich interessiert. Ein Teil von mir möchte ihn unbedingt näher kennenlernen. Ein anderer Teil hat Angst vor einer Abfuhr. Fest steht für mich: Ich werde nicht aktiv werden, um mit ihm in Kontakt zu treten. Ich verlasse mich auf das Schicksal. Und mein Herz sagt: Der ist es nicht. Also warte ich weiter, bis ich das Richtige für mich finde...

Irgendwie fängt irgendwann

irgendwo die Zukunft an

ich warte nicht mehr lang
Liebe wird aus Mut gemacht
denk nicht lange nach
wir fahr'n auf Feuerrädern
Richtung Zukunft durch die Nacht

14.6.14 22:34, kommentieren

Nein, ich werde dir nichts sagen. Natürlich nicht.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals sagen würde - und schon gar nicht so schnell -, aber ich verstehe meinen ehemaligen besten Freund, und das sogar viel besser als mir lieb ist. Höchst wahrscheinlich resultierte mein früheres Unverständnis nur daraus, dass ich noch nie in einer derartigen Situation gewesen war.

Er hat über Jahre hinweg mehr als Freundschaft für mich empfunden und diese Tatsache nicht nur lange für sich behalten (was ich ihm nicht mal so übel genommen hätte), sondern - und das war das Unverzeihliche für mich - auch jedes Mal gelogen, wenn wir auf das Thema zu sprechen kamen. Ich habe mich unendlich verraten gefühlt, als er mir endlich gebeichtet hat, dass er mich immer noch liebt - mehr als nur "eine" Freundin.

Ich habe die Lüge als schlimmen Vertrauensbruch gesehen und konnte diese Handlung überhaupt nicht nachvollziehen. Auch habe ich ihm sehr nachgetragen, dass er mich so oft fallen lassen hat - in Form von komplettem Kontaktabbruch von heute auf morgen - und phasenweise sehr abweisend zu mir war, obwohl ich mir gar keiner richtigen Schuld bewusst war. Wir waren ja nur Freunde, und das wollte ich ihm glauben, deshalb habe ich seine Aussagen nie in Frage gestellt. Im Nachhinein denke ich, dass ich schon einige Male etwas geahnt habe. Aber natürlich war es leichter, sich damit nicht auseinanderzusetzen, vor allem, da er mir immer gesagt hat, was ich hören wollte: "Nein, wir sind nur Freunde. Ich bin drüber weg."

Wie konnte er nur so verlogen sein?!, habe ich mich damals immer wieder gefragt. Gerade bei allem, was wir geteilt haben. Und gerade darin liegt der Grund, das weiß ich nun. Als ich mit einem anderen Freund über die Geschichte sprach, sagte jener: "Verstehst du denn nicht, dass er dich nur belogen hat, weil er dich nicht verlieren wollte?" Nein, das habe ich nicht verstanden. Aber ich war auch noch nie in einer vergleichbaren Situation gewesen. Ich habe von den Männern, in die ich bis jetzt verliebt war, größtenteils Zurückweisungen erfahren. Niemals kam ich in die Situation, eine Freundschaft mit jemandem führen zu können, für den ich mehr empfunden habe als Sympathie.

Bis jetzt…

Manche Menschen sind wie Sonnenstrahlen im Leben. So kitschig es klingt, dieser Mann ist mir schon auf den allerersten Blick aufgefallen und hat mich fasziniert. Normalerweise verlieren Menschen einen Teil ihrer Anziehung für mich, wenn ich sie besser kennenlerne, und ich störe mich an ihren negativen Eigenschaften, aber je besser ich ihn kennenlerne, umso toller finde ich ihn. Seine Anwesenheit gleicht alles Schlechte in meinem Leben sofort aus, und selbst nach viereinhalb Monaten Verliebtsein hüpft mein Herz noch, wenn ich ihn sehe, und ich muss ständig grinsen wie ein kleines Mädchen, wenn er mich ansieht.

Lovin' every minute 'cause you make me feel so alive…

Er weiß, dass ich mir mehr erhofft habe als nur eine Freundschaft, und ich weiß, dass es nie mehr als das sein wird. Anfangs haben wir über die Situation gesprochen und beschlossen, eine Zeit lang Abstand zu halten, bis ich darüber hinweg bin und wir ganz normale Freunde sein können. Alleine schon das war neu für mich. Jemand, der mich menschlich so sehr mag, dass er auf eine Freundschaft mit mir wartet? Klingt wie aus einem kitschigen Roman statt aus dem echten Leben gegriffen.

Der Abstand tat mir gut, und ich war überzeugt, dass ich alles richtig mache. Die Lage war für beide von uns klar, wir hatten uns ausgesprochen und den Kontakt reduziert, um kein unnötiges Öl ins Feuer zu kippen. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt… Wir bekamen wieder mehr Kontakt und ich schaffte es nicht, den Abstand aufrechtzuerhalten. Wir reden auf einer Ebene, die man selten miteinander hat… Obwohl ich ihn schon einmal sehr enttäuscht habe, hat er wieder Vertrauen zu mir gefasst, und wir sprechen über wirklich tiefgehende Dinge. Ich habe den Eindruck, dass ihm der Kontakt mit mir gut tut… und deshalb möchte ich nicht nur, dass ich ihn nicht verliere, sondern auch, dass er mich nicht verliert. Sein Befinden ist mir dabei noch wichtiger als meins - aber ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich sowieso nicht zurückkönnte, selbst wenn ich mich dazu entschließen wollte.

Natürlich werden die Gefühle so nicht weniger - eher mehr. Und das bringt mich in ein Dilemma. Einerseits ist es so schön, mit ihm Zeit zu verbringen und ihn immer besser kennenzulernen, und andererseits tut es so weh, ihm so nah und doch noch distanziert zu sein, von ihm zu träumen und zu wissen, dass diese Vorstellungen niemals wahr werden… Ich bin mit der Situation völlig überfordert. Er weiß nicht, dass meine Gefühle stärker geworden sind - wobei ich denke, dass er es ebenso vermutet und nicht wahrhaben will wie ich damals bei meinem ehemaligen besten Freund. Wir haben seit über drei Monaten nicht mehr direkt darüber gesprochen, aber ich habe Angst davor, dass er mich eines Tages fragt, wie es mir mit der Situation geht. Ich will ihn nicht belügen, aber ich kann ihm nicht die Wahrheit sagen. Ich will ihn nicht verlieren, und ich will auch nicht, dass er sich unwohl fühlt.

Vor dreieinhalb Monaten waren wir uns einig, dass so eine "kleine Schwärmerei" (für die ich es damals halten wollte) ja im Nu vorbeigehen würde. Er sagte, damit könne er umgehen, aber wenn ich gesagt hätte, dass ich ihn lieben würde, hätte ihm das Angst gemacht. Wie sollte ich ihm also jemals die Wahrheit sagen? Mir bleibt gar nichts anderes übrig als zu lügen. Nein, es geht mir gut. Meine Gefühle bereiten mir keinen Kummer. Ich bin drüber weg, wir können Freunde sein.

Das Schlimme ist: Wir würden wirklich gut zusammenpassen. Wir denken oft sehr ähnlich, und es versetzt mir einen Stich mitten ins Herz, wenn ihm jemand wehtut oder es ihm aus anderen Gründen schlecht geht. Er ist so lieb zu mir und zeigt mir in kleinen Gesten, dass ich ihm anscheinend auch was bedeute, zumindest als Freundin… Klar frage ich mich manchmal auch, ob er mich nicht nur ausnutzt, weil ich gerade da bin. Ich weiß nicht, ob das eine berechtigte Angst ist oder eine eingeredete, weil ich so sehr an die Abweisung gewöhnt bin.

Trotz allem ist da immer noch der Gedanke, dass er ähnlich für mich fühlt wie ich für ihn - und irgendwann einsehen wird, dass ich die eine Frau für ihn bin. Egal, wie unrealistisch das ist - die Hoffnung stirbt zuletzt.

Call me a sinner, call me a saint
Tell me it's over, I'll still love you the same
Call me your favorite, call me the worst
Tell me it's over, I don't want you to hurt
It's all that I can say, so I'll be on my way

13.1.14 23:26, kommentieren

Dieser eine Mann

Man sagt, dass es für jede Frau diesen einen Mann in ihrem Leben gibt - der gar keiner näheren Beschreibung bedarf, weil sie schon nach diesem Halbsatz sofort an ihn denkt. Eine Frau, die nun nach diesem Anfang keinen bestimmten Mann im Kopf hat, hat ihn noch nicht gefunden und wird mich wahrscheinlich nicht verstehen.

Für mich kann es auch nach all den Jahren nur eine Person geben, an die ich dabei sofort denke. Ich habe diesen Mann getroffen, als ich 16 Jahre alt war, und mich viel zu hoffnungslos in ihn verliebt. Das, was sich zwischen uns abgespielt hat, verdient die Bezeichnung "Beziehung" nicht, dafür kannten wir uns zu wenig und hatten zu kurze Zeit Kontakt. Die Umstände waren ungünstig und mein unreifes Verhalten hat sein Übriges dazugetan. Er wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. Heute verstehe ich ihn, damals überhaupt nicht. Es dauerte viel zu lange, bis ich ihn endlich loslassen konnte, und ich schäme mich sehr für die blinde, aufdringliche Art, mit der ich bis dahin versucht hatte, mich an ihn zu klammern.

Ich wusste damals schon ziemlich schnell, dass ich nie wieder so fühlen würde, und damit habe ich bis heute Recht behalten. Das, was ich für ihn empfunden habe, war viel mehr als Liebe - es ist kaum in Worte zu fassen, es war solch eine tiefe Verbundenheit, eine Seelenverwandtschaft, ich war mir sicher, mein Gegenstück gefunden zu haben. Man muss nicht besonders klug sein, um zu wissen, dass es ihm mit mir nicht so ging. Sicher steht fest, dass ich mich durch mein Verhalten selber bei ihm disqualifiziert habe, aber wenn ich die Eine für ihn gewesen wäre, dann hätte er sich wohl nicht abschrecken lassen und hätte irgendwann einmal wieder den Kontakt zu mir gesucht. Aber das hat er nicht und mir ist bewusst, was das heißt. Ich habe mich damit abgefunden, aber es trotzdem nie verstanden. Wie kann er der Eine, der Richtige für mich sein, wenn er nichts für mich fühlt? Wie kann so etwas einseitig sein? Es war ja keine einfache Liebe, es war dieses Zugehörigkeitsgefühl, als hätten sich zwei extra füreinander angefertigte Puzzleteile gefunden. Wenn er das nicht fühlt, dann kann es nicht wahr gewesen sein, dann können wir nicht füreinander bestimmt sein. Aber warum habe ich es dann mit solcher Sicherheit gespürt, mit der ich noch nie etwas anderes erfahren habe? Es hat keinen Sinn und keine Logik für mich, ich komme nicht dahinter. Was nützt es, wenn man die richtige Person getroffen hat, mit der man sein Leben verbringen will, wenn man genau weiß, dass man sie nie wieder sieht? Wie kann es dann noch richtig sein, wenn man nie zusammenfindet? Das hat für mich nichts mehr mit Schicksal zu tun, das ist einfach nur noch tragisch und grausam...

Ich hatte mich damit abgefunden, dass es so sein würde, und dass dieser Mann der Vergangenheit angehört. Sicher, er würde immer ein Teil von mir sein, aber eben einer, der weder der Gegenwart noch der Zukunft angehört. Ich habe nicht mehr gelitten wegen ihm und es tat nicht mehr weh, ihn nicht in meinem Leben zu haben. Ich konnte die Situation akzeptieren. Trotzdem habe ich etwa ein- bis zweimal im Jahr von ihm geträumt, was ich mir nie richtig erklären konnte. Aber ich wusste eben, dass er so tiefe Spuren in meinem Innern hinterlassen hatte, dass ich ihn niemals in meinem Leben vergessen werde - egal, wo er ist und was er tut und egal, wo ich bin und was ich tue.

Ich habe tatsächlich nie wieder so etwas empfunden wie damals für ihn, nicht einmal annähernd, aber das heißt nicht, dass ich nie wieder geliebt habe. Die Jahre sind verstrichen, mein Leben ist weitergegangen, mein Herz ist nicht mehr gebrochen und es kann wieder lieben, so sehr, dass ich die Hoffnung nie aufgegeben habe, mit einem anderen Mann glücklich zu werden. Und doch weiß ich: Angesichts dessen, was ich einmal gefühlt habe für ihn, kann jedes Gefühl für einen anderen Mann nur noch ein Kompromiss sein. Ich dachte, damit könne ich leben. Mir bleibt ja gar nichts anderes übrig, da mein Zug bei ihm ja definitiv abgefahren ist.

Vor Kurzem habe ich ihn in einem sozialen Netzwerk gefunden. Ich weiß selber nicht mal, warum ich ihn überhaupt gesucht habe; auch wenn ich mich noch oft gefragt habe, was aus ihm geworden ist, wollte ich ihn eigentlich in Ruhe lassen... Nachdem ich gesehen hatte, dass es ihm allem Anschein nach gut geht, war ich beruhigt und wollte die Sache wieder abhaken. Doch der Gedanke, ihn nicht kontaktiert zu haben, machte mich irgendwie unruhig, ich konnte damit nicht leben. Ich verstehe selber nicht, warum, er war in den letzten Jahren wirklich kein Thema mehr für mich... Vielleicht ist das auch nur ein Flashback, das alle zwei Jahre wiederkommt, aber ich denke in letzter Zeit wirklich viel zu oft an ihn. Es mag auch daran liegen, dass ich mir momentan so sehr eine ernste Beziehung wünsche, die genauso ist wie die, die ich mir damals mit ihm ausgemalt habe... Ich habe ihm also geschrieben und natürlich hat er mir nicht geantwortet. Er wird es auch nicht tun, das wusste ich vorher schon. Trotzdem verstehe ich nicht, warum mich die Angelegenheit plötzlich wieder derart beschäftigt und was das alles für einen Sinn haben mag. Mir war bewusst, dass er mir nicht egal ist, aber ich dachte, dass meine Gefühle für ihn nicht mehr über Sympathie hinausgehen würden. Warum wünsche ich mir denn dann so sehnlichst, dass er mir zurückschreibt? Ich hatte gedacht, ich sei endlich über ihn hinweg und das schon seit Langem... aber kommt man überhaupt jemals über diesen einen Mann hinweg oder wird diese Sehnsucht nach ihm immer bleiben?

Wen soll ich suchen,
was soll ich finden,
wer von euch hält mich ab?
Wen soll ich suchen,
wen soll lieben,
wenn ich dich nicht hab?

9.7.13 03:27, kommentieren

Der falsche Freund... die endlose Enttäuschung

Wir waren beste Freunde, Seelenverwandte, zwei, die sich nie verliern; ich dachte, dass ich wahnsinniges Glück hätte, sowas erleben zu dürfen... Doch letzte Woche bin ich von dieser Wolke gefallen, und zwar tief. Ich sehe dich und alles, was da mal war, mit ganz anderen Augen und muss feststellen, dass nichts an unserer Freundschaft echt war.
Du hast mich seit über fünf Jahren belogen. Vielleicht schon viel länger. Alles, was du für mich getan hast, hast du aus völlig anderen Motiven getan, als ich angenommen hatte. Die Bürgschaft, die silbernen Ohrstecker, das geliehene Auto... mir wird schlecht, wenn ich daran denke. Ich fühle mich, als hätte ich mich damit billig verkauft. Aber ich konnte es doch nicht ahnen!
Das Schlimmste ist, dass ich mir so unglaublich dumm vorkomme. Auf der einen Seite möchte ich anderen von dem Geschehenen erzählen, um meinem Kummer und meiner Enttäuschung Luft zu machen, aber auf der anderen Seite schäme ich mich so schrecklich, weil die Leute wahrscheinlich vor allem mich schief angucken würden, wie sie es ja schon immer getan haben, weil sie nie verstehen konnten, wieso ich mich überhaupt auf so eine "Freundschaft" eingelassen habe. Nun zu sehen, dass all diese Leute, auf deren Meinung ich nie Wert gelegt habe, Recht hatten, ist ein weiterer Schlag ins Gesicht und ich frage mich, wie du mir das antun konntest, grade bei allem, was du über mich weißt.
Jetzt stehe ich da wie ein furchtbar naives Mädchen, das nie nachdenkt und den alten Mann für nett und harmlos hält, weil er ihm einen Lolli geschenkt hat. Ich finde die ganze Situation einfach ekelhaft und ich fühle mich so benutzt und verraten. Und es tut schrecklich weh, zu sehen, dass alles nur Show war... Dass ich mich tatsächlich so in dir und der Situation getäuscht habe. Ich habe dir geglaubt, verflucht! Und du hast 5 Jahre lang gelogen! Dafür gibt es einfach keine Entschuldigung, und der Schaden, den du angerichtet hast, ist irreparabel. Du wirst zwischen uns nichts mehr kitten können, und hast es ja auch nicht versucht. Wie in der Vergangenheit schon so oft bist du auch jetzt wieder einfach aus meinem Leben verschwunden. Aber es ist das erste Mal, dass ich fest davon überzeugt bin, dass es tatsächlich das Beste so ist.
Ich habe dich früher nie aus meinem Leben streichen wollen, weil ich geglaubt habe, dass du mein bester Freund seist und wir etwas ganz Besonderes haben und ich keinen Grund sah, darauf zu verzichten, nur weil andere Menschen einem dafür schiefe Blicke zuwerfen... Ich habe wirklich daran geglaubt, dass wir uns so nahe stünden, dass wir uns nie verlieren würden, egal was geschehen würde... Mit so einem großen Verrat deinerseits hätte ich ja im Traum nicht gerechnet. Und auch nicht damit, dass alles, dessen ich mir so sicher war, nie existiert hat. Ich habe mir ja unsere Verbindung praktisch nur eingebildet bzw. mir was vorspielen lassen... Ich war so blind!
Ich verstehe auch nicht, wie du mich so offen ins Messer rennen lassen konntest, nach allem, was du über mich weißt... und diese Erfahrung bestätigt mich nur einmal mehr darin, dass man nie das wahre Gesicht eines Menschen kennt, sondern nur das, was er nach außen zeigt, und dass man deshalb sehr vorsichtig sein sollte, wem man vertraut. Doch wem soll ich nach dieser Enttäuschung überhaupt noch vertrauen, wenn ich nicht einmal jemandem vertrauen kann, den ich seit Jahren kannte oder glaube zu kennen? Wem zur Hölle soll ich noch vertrauen??? Ich fühle mich so schrecklich einsam und habe Angst, mich je wieder auf enge Bindungen einzulassen. Und das tust du mir an, nach allem, was du über mich weißt?!? Und das, nachdem du immer derjenige warst, der gesagt hat, er lässt niemanden mehr an sich ran und traut Frauen einfach nicht mehr über den Weg?? Du bist wirklich verdammt einsam, das steht fest. Aber nicht zu vergessen feige und unfair. Ich fühle mich, als hättest du meine Seele vergewaltigt.
Mir war sehr wohl aufgefallen, dass ich dir schon seit einer Weile nicht mehr voll vertrauen konnte (oder es nie getan habe), und daran bist du ja auch nicht ganz unschuldig. Wie oft hast du mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, wie oft war alles falsch, was ich gemacht habe, wie oft hast du mir lange keine Antwort gegeben am Telefon? Ich habe das nie verstanden und mich immer schuldig und ungeliebt gefühlt. Welch Ironie des Schicksals! Im Nachhinein verstehe ich diese Dinge natürlich nur allzu gut. Und fühle mich genau deswegen verarscht und verraten, weil du es all die Jahre wusstest und mich belogen hast. Damit hast du ganz sicher niemandem einen Gefallen getan...
Dass ich dir gesagt habe, dass ich dich liebe, als Menschen, nicht als Mann, weil ich so verdammt große Gefühle für dich als Freund hatte; dass ich dich immer "Schatzi" nennen durfte und es als Zeichen, wieviel ich dir als Freundin bedeute, gesehen habe; dass ich mit dir im selben Bett geschlafen habe - ich komme mir vor wie eine absolute Idiotin! Ich habe einfach wieder einmal das Unmögliche für möglich gehalten und an das Gute im Menschen geglaubt... wieder auf die Schnauze zu fallen, tut weh, na klar. Aber dass es mir mit dir passiert, den ich so lange kannte und dachte, so gut zu kennen, und der mir so nahe stand... das ist wirklich nicht so einfach wegzustecken. Und am meisten verletzt es mich, dass ich nun niemanden mehr habe, mit dem ich über alles reden kann, und wieder völlig alleine auf der Welt bin.

1 Kommentar 9.10.12 23:36, kommentieren

Ich kann euch aus meinem Leben löschen, aber nicht aus meinem Herzen.

Es gibt Menschen, die hinterlassen so tiefe Spuren auf meiner Seele, dass sie immer ein Teil meines Lebens sein werden. Ich kann mich nicht dagegen wehren. Bei manchen Menschen möchte ich das auch gar nicht, weil mein Leben ohne sie leer gewesen wäre und selbst, wenn sie längst daraus verschwunden sind und nie wieder kommen, hinterlassen sie doch wertvolle Erinnerungen, die ich nicht missen möchte. Die Gefühle eines Moments können einen Kontakt wert machen, der immense Schwierigkeiten und Verluste mit sich gebracht hat und darüberhinaus nichtmal von Dauer war. Ich würde die Entscheidung für diesen Kontakt trotzdem nicht bereuen. Wie kann etwas falsch sein, wenn ich dabei glücklich bin?

Es gibt Menschen, die sind für immer in meinem Herzen, obwohl sie lange schon kein offensichtlicher Teil meines Lebens mehr sind. Meist ist das ein schönes Gefühl. Es sind Menschen, mit denen ich immer irgendwie verbunden sein werde. Seeleverwandtschaft? Keine Ahnung, was es ist. Ich weiß auch nicht, ob es diesen Menschen mit mir genauso geht - aber das ist auch völlig irrelevant. Für mich zählt mein Gefühl und das will ich mir durch niemanden kaputtmachen lassen.

Dann gibt es aber auch noch die Menschen, die ich am liebsten komplett aus meinem Leben und meinem Herzen löschen würde, sodass ich nichtmal mehr wüsste, dass sie existieren. Ich habe schon zuvor über sie geschrieben... Der Kontakt würde zu nichts führen, sie tun mir nicht gut, ich bin ihnen egal und durch meine Gefühle haben sie die Macht, mich zu verletzen, mein Leben zu zerstören. Das will ich nicht! Also will ich ihnen die Möglichkeit dazu entziehen. Ich habe sie allesamt aus meinem Leben gelöscht, doch egal, wieviel Zeit vergeht, sie verschwinden nicht aus meinem Herzen.

Alles was dich runter zieht
Alles was dein Herz lahm legt
Lass es los
lass es los
lass es los
Alles was nicht wichtig ist
alles was nicht richtig ist
lass es los
Lass es los
Lass es los

Ich habe mir soviel Mühe gegeben, doch ich schaffe es nicht. Ich kann die Gefühle nicht abtöten, weil ich nicht vergessen kann. Es ist, als wäre meine Erinnerung in der Vergangenheit gefangen, wie in einer Endlosschleife. Ich vermisse die Menschen, wie sie einmal waren, und meine Beziehungen zu ihnen, wie sie einmal waren. Ich kann nicht vergessen, was wir uns gesagt haben und wie nah wir uns einst standen. Obwohl ich weiß, dass all das vergangen ist, dass ich sowas nie wieder mit ihnen erleben werde und dass jeder Kontakt in der Gegenwart und Zukunft mir nur wehtun würde... ist es so, als würde mein Innerstes all das ignorieren. Es liebt die Menschen für das, was sie mal waren. Das alleine wäre okay, vielleicht könnte ich es akzeptieren, so wie bei den anderen auch... Aber die Hoffnung, dass das alles bloß schlechte Zeiten sind und die Menschen wiederkommen, dass wir wieder zueinander finden und ich wieder mit ihnen glücklich bin, bringt mich um. Das zu fühlen ist so grausam. Mein Verstand weiß ganz genau, dass das nicht passieren wird, aber die Wahrscheinlichkeit ist größer als null und das reicht meiner Hoffnung aus als Grundlage für ihre Existenz. Diese Hoffnung zu haben, tut so weh und sticht mich immer wieder, weil die Realität nunmal so aussieht, dass ich diesen Menschen egal bin und jeder weitere Kontakt mich nur weiter enttäuschen würde.

Das Schlimmste ist aber, dass ich das, was ich mit diesen Menschen mal hatte, nicht wieder finde. Es ist, als käme niemand mehr in mein Herz rein, weil die Kapazitäten ausgeschöpft sind. Als gäbe es dort keinen Platz mehr. Als wäre meine Liebe aufegbraucht. Als käme man einmal in mein Herz rein und dann nie wieder raus. Ich fühle so oft einfach nichts und habe das Gefühl, dass ich kein Herz mehr habe. Dass an seiner Stelle ein Eisklumpen sitzt. Dass einfach keiner mehr an mich rankommt. Und es fühlt sich so schrecklich an...

Durch diesen Gegensatz entsteht die Leere in meinem Leben und die Sehnsucht nach mehr. Auf Dauer wird es mich krank machen. Doch ich hoffe so sehr, dass sich das Blatt wieder wenden wird, dass ich wieder Menschen in mein Herz schließen kann und Menschen begegne, denen ich nicht egal bin. Menschen, für die es sich zu kämpfen lohnt. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Träume sollen Segel sein.
Sie zeigen Dir, wohin es geht.
Ich sage Dir jetzt lebewohl,
weil Du sie nicht mehr siehst.

1 Kommentar 29.3.11 20:06, kommentieren