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Der falsche Freund... die endlose Enttäuschung

Wir waren beste Freunde, Seelenverwandte, zwei, die sich nie verliern; ich dachte, dass ich wahnsinniges Glück hätte, sowas erleben zu dürfen... Doch letzte Woche bin ich von dieser Wolke gefallen, und zwar tief. Ich sehe dich und alles, was da mal war, mit ganz anderen Augen und muss feststellen, dass nichts an unserer Freundschaft echt war.
Du hast mich seit über fünf Jahren belogen. Vielleicht schon viel länger. Alles, was du für mich getan hast, hast du aus völlig anderen Motiven getan, als ich angenommen hatte. Die Bürgschaft, die silbernen Ohrstecker, das geliehene Auto... mir wird schlecht, wenn ich daran denke. Ich fühle mich, als hätte ich mich damit billig verkauft. Aber ich konnte es doch nicht ahnen!
Das Schlimmste ist, dass ich mir so unglaublich dumm vorkomme. Auf der einen Seite möchte ich anderen von dem Geschehenen erzählen, um meinem Kummer und meiner Enttäuschung Luft zu machen, aber auf der anderen Seite schäme ich mich so schrecklich, weil die Leute wahrscheinlich vor allem mich schief angucken würden, wie sie es ja schon immer getan haben, weil sie nie verstehen konnten, wieso ich mich überhaupt auf so eine "Freundschaft" eingelassen habe. Nun zu sehen, dass all diese Leute, auf deren Meinung ich nie Wert gelegt habe, Recht hatten, ist ein weiterer Schlag ins Gesicht und ich frage mich, wie du mir das antun konntest, grade bei allem, was du über mich weißt.
Jetzt stehe ich da wie ein furchtbar naives Mädchen, das nie nachdenkt und den alten Mann für nett und harmlos hält, weil er ihm einen Lolli geschenkt hat. Ich finde die ganze Situation einfach ekelhaft und ich fühle mich so benutzt und verraten. Und es tut schrecklich weh, zu sehen, dass alles nur Show war... Dass ich mich tatsächlich so in dir und der Situation getäuscht habe. Ich habe dir geglaubt, verflucht! Und du hast 5 Jahre lang gelogen! Dafür gibt es einfach keine Entschuldigung, und der Schaden, den du angerichtet hast, ist irreparabel. Du wirst zwischen uns nichts mehr kitten können, und hast es ja auch nicht versucht. Wie in der Vergangenheit schon so oft bist du auch jetzt wieder einfach aus meinem Leben verschwunden. Aber es ist das erste Mal, dass ich fest davon überzeugt bin, dass es tatsächlich das Beste so ist.
Ich habe dich früher nie aus meinem Leben streichen wollen, weil ich geglaubt habe, dass du mein bester Freund seist und wir etwas ganz Besonderes haben und ich keinen Grund sah, darauf zu verzichten, nur weil andere Menschen einem dafür schiefe Blicke zuwerfen... Ich habe wirklich daran geglaubt, dass wir uns so nahe stünden, dass wir uns nie verlieren würden, egal was geschehen würde... Mit so einem großen Verrat deinerseits hätte ich ja im Traum nicht gerechnet. Und auch nicht damit, dass alles, dessen ich mir so sicher war, nie existiert hat. Ich habe mir ja unsere Verbindung praktisch nur eingebildet bzw. mir was vorspielen lassen... Ich war so blind!
Ich verstehe auch nicht, wie du mich so offen ins Messer rennen lassen konntest, nach allem, was du über mich weißt... und diese Erfahrung bestätigt mich nur einmal mehr darin, dass man nie das wahre Gesicht eines Menschen kennt, sondern nur das, was er nach außen zeigt, und dass man deshalb sehr vorsichtig sein sollte, wem man vertraut. Doch wem soll ich nach dieser Enttäuschung überhaupt noch vertrauen, wenn ich nicht einmal jemandem vertrauen kann, den ich seit Jahren kannte oder glaube zu kennen? Wem zur Hölle soll ich noch vertrauen??? Ich fühle mich so schrecklich einsam und habe Angst, mich je wieder auf enge Bindungen einzulassen. Und das tust du mir an, nach allem, was du über mich weißt?!? Und das, nachdem du immer derjenige warst, der gesagt hat, er lässt niemanden mehr an sich ran und traut Frauen einfach nicht mehr über den Weg?? Du bist wirklich verdammt einsam, das steht fest. Aber nicht zu vergessen feige und unfair. Ich fühle mich, als hättest du meine Seele vergewaltigt.
Mir war sehr wohl aufgefallen, dass ich dir schon seit einer Weile nicht mehr voll vertrauen konnte (oder es nie getan habe), und daran bist du ja auch nicht ganz unschuldig. Wie oft hast du mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, wie oft war alles falsch, was ich gemacht habe, wie oft hast du mir lange keine Antwort gegeben am Telefon? Ich habe das nie verstanden und mich immer schuldig und ungeliebt gefühlt. Welch Ironie des Schicksals! Im Nachhinein verstehe ich diese Dinge natürlich nur allzu gut. Und fühle mich genau deswegen verarscht und verraten, weil du es all die Jahre wusstest und mich belogen hast. Damit hast du ganz sicher niemandem einen Gefallen getan...
Dass ich dir gesagt habe, dass ich dich liebe, als Menschen, nicht als Mann, weil ich so verdammt große Gefühle für dich als Freund hatte; dass ich dich immer "Schatzi" nennen durfte und es als Zeichen, wieviel ich dir als Freundin bedeute, gesehen habe; dass ich mit dir im selben Bett geschlafen habe - ich komme mir vor wie eine absolute Idiotin! Ich habe einfach wieder einmal das Unmögliche für möglich gehalten und an das Gute im Menschen geglaubt... wieder auf die Schnauze zu fallen, tut weh, na klar. Aber dass es mir mit dir passiert, den ich so lange kannte und dachte, so gut zu kennen, und der mir so nahe stand... das ist wirklich nicht so einfach wegzustecken. Und am meisten verletzt es mich, dass ich nun niemanden mehr habe, mit dem ich über alles reden kann, und wieder völlig alleine auf der Welt bin.

1 Kommentar 9.10.12 23:36, kommentieren

Ich kann euch aus meinem Leben löschen, aber nicht aus meinem Herzen.

Es gibt Menschen, die hinterlassen so tiefe Spuren auf meiner Seele, dass sie immer ein Teil meines Lebens sein werden. Ich kann mich nicht dagegen wehren. Bei manchen Menschen möchte ich das auch gar nicht, weil mein Leben ohne sie leer gewesen wäre und selbst, wenn sie längst daraus verschwunden sind und nie wieder kommen, hinterlassen sie doch wertvolle Erinnerungen, die ich nicht missen möchte. Die Gefühle eines Moments können einen Kontakt wert machen, der immense Schwierigkeiten und Verluste mit sich gebracht hat und darüberhinaus nichtmal von Dauer war. Ich würde die Entscheidung für diesen Kontakt trotzdem nicht bereuen. Wie kann etwas falsch sein, wenn ich dabei glücklich bin?

Es gibt Menschen, die sind für immer in meinem Herzen, obwohl sie lange schon kein offensichtlicher Teil meines Lebens mehr sind. Meist ist das ein schönes Gefühl. Es sind Menschen, mit denen ich immer irgendwie verbunden sein werde. Seeleverwandtschaft? Keine Ahnung, was es ist. Ich weiß auch nicht, ob es diesen Menschen mit mir genauso geht - aber das ist auch völlig irrelevant. Für mich zählt mein Gefühl und das will ich mir durch niemanden kaputtmachen lassen.

Dann gibt es aber auch noch die Menschen, die ich am liebsten komplett aus meinem Leben und meinem Herzen löschen würde, sodass ich nichtmal mehr wüsste, dass sie existieren. Ich habe schon zuvor über sie geschrieben... Der Kontakt würde zu nichts führen, sie tun mir nicht gut, ich bin ihnen egal und durch meine Gefühle haben sie die Macht, mich zu verletzen, mein Leben zu zerstören. Das will ich nicht! Also will ich ihnen die Möglichkeit dazu entziehen. Ich habe sie allesamt aus meinem Leben gelöscht, doch egal, wieviel Zeit vergeht, sie verschwinden nicht aus meinem Herzen.

Alles was dich runter zieht
Alles was dein Herz lahm legt
Lass es los
lass es los
lass es los
Alles was nicht wichtig ist
alles was nicht richtig ist
lass es los
Lass es los
Lass es los

Ich habe mir soviel Mühe gegeben, doch ich schaffe es nicht. Ich kann die Gefühle nicht abtöten, weil ich nicht vergessen kann. Es ist, als wäre meine Erinnerung in der Vergangenheit gefangen, wie in einer Endlosschleife. Ich vermisse die Menschen, wie sie einmal waren, und meine Beziehungen zu ihnen, wie sie einmal waren. Ich kann nicht vergessen, was wir uns gesagt haben und wie nah wir uns einst standen. Obwohl ich weiß, dass all das vergangen ist, dass ich sowas nie wieder mit ihnen erleben werde und dass jeder Kontakt in der Gegenwart und Zukunft mir nur wehtun würde... ist es so, als würde mein Innerstes all das ignorieren. Es liebt die Menschen für das, was sie mal waren. Das alleine wäre okay, vielleicht könnte ich es akzeptieren, so wie bei den anderen auch... Aber die Hoffnung, dass das alles bloß schlechte Zeiten sind und die Menschen wiederkommen, dass wir wieder zueinander finden und ich wieder mit ihnen glücklich bin, bringt mich um. Das zu fühlen ist so grausam. Mein Verstand weiß ganz genau, dass das nicht passieren wird, aber die Wahrscheinlichkeit ist größer als null und das reicht meiner Hoffnung aus als Grundlage für ihre Existenz. Diese Hoffnung zu haben, tut so weh und sticht mich immer wieder, weil die Realität nunmal so aussieht, dass ich diesen Menschen egal bin und jeder weitere Kontakt mich nur weiter enttäuschen würde.

Das Schlimmste ist aber, dass ich das, was ich mit diesen Menschen mal hatte, nicht wieder finde. Es ist, als käme niemand mehr in mein Herz rein, weil die Kapazitäten ausgeschöpft sind. Als gäbe es dort keinen Platz mehr. Als wäre meine Liebe aufegbraucht. Als käme man einmal in mein Herz rein und dann nie wieder raus. Ich fühle so oft einfach nichts und habe das Gefühl, dass ich kein Herz mehr habe. Dass an seiner Stelle ein Eisklumpen sitzt. Dass einfach keiner mehr an mich rankommt. Und es fühlt sich so schrecklich an...

Durch diesen Gegensatz entsteht die Leere in meinem Leben und die Sehnsucht nach mehr. Auf Dauer wird es mich krank machen. Doch ich hoffe so sehr, dass sich das Blatt wieder wenden wird, dass ich wieder Menschen in mein Herz schließen kann und Menschen begegne, denen ich nicht egal bin. Menschen, für die es sich zu kämpfen lohnt. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Träume sollen Segel sein.
Sie zeigen Dir, wohin es geht.
Ich sage Dir jetzt lebewohl,
weil Du sie nicht mehr siehst.

1 Kommentar 29.3.11 20:06, kommentieren

Irrungen und Wirrungen

Du hast alles durcheinandergebracht. Vorher war alles so einfach. Ich wusste immer, was ich wollte, und auch, was ich nicht wollte. Das warst du. Ich war mir so sicher. Und plötzlich war alles anders...

Es fühlte sich so seltsam an und nicht richtig, deshalb hab ich mir Mühe gegeben, es zu zerstören, aber das Gefühl ging nicht weg. Also hab ich dich in mein Herz gelassen, obwohl ich nie geglaubt habe, dass es so sein soll, dass wir zusammengehören... Ich glaube auch jetzt nicht dran, und mein Gefühl täuscht mich nicht. Eigentlich müsste also alles ganz einfach sein. Warum ist es das dann nicht?!

Oui, je l'aimais tellement que je l'aime encore... 

Ich weiß, warum ich nicht von dir loskomme. Es ist wegen dem, was ich bei dir gefunden habe. Das, was ich gespürt habe, als ich in deinen Armen lag, was ich gefühlt habe, wenn wir zusammen waren, das, was du immernoch in mir auslöst, wenn ich dich nur sehe. Nein, sowas hatte ich nie zuvor. In keiner Weise. Ich hab zuvor geliebt, aber es war anders, die Verbindung war nicht so wie bei uns. Und doch glaube ich, dass es unsere Verbindung nie gab. Was du für mich empfunden hast, war nicht Liebe, und unsere Beziehung war dir weit weniger ernst als mir. Du weißt wahrscheinlich immernoch nicht, welche Bedeutung das alles für mich hatte (oder immernoch hat). Ich kann es selbst nicht glauben. Ich will dich nicht und wir sind nicht füreinander bestimmt. Doch trotzdem sind da diese Gefühle. Sie sind so unglaublich weitgreifend und unbeschreiblich und sie scheinen kaum weniger zu werden. Das ist es, was mich verwirrt. Ich frage mich: Sollte das nicht das Gefühl sein, das du hast für den, den du heiratest? Zu wissen, dass du ihn liebst und mit ihm verbunden bist in jeder Hinsicht, egal was passiert? Dann drohe ich schwach zu werden und zu glauben, wir wären füreinander bestimmt. Aber das ist nicht so und ich will dich nicht zurück. Ich will dich überhaupt nicht in meinem Leben haben. Du bist raus aus meinem Leben und so soll es bleiben.

Warum ist dann trotzdem dieses Gefühl da? Welchen Sinn hat es? Ich meine, es ist nicht so, dass ich keinen Sinn darin sehe, dass wir uns begegnet sind und dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Aber warum gehen die Gefühle nicht weg, nach so langer Zeit? Noch habe ich die Hoffnung, dass ich jemand anderem begegne, bei dem ich das finde, was ich in dir meinte gesehen zu haben. Aber wie? Du hast meine Wahrnehmung gestört. Ich stelle mein eigenes Urteil in Frage. Eigentlich weiß ich, was ich will, und mein Gefühl sagt mir, was richtig ist. Aber bei dir habe ich geglaubt, niemals etwas über Freundschaft hinaus fühlen zu können und mich dabei so gründlich geirrt. Und immernoch ist da das Gefühl in mir, fast wie eine Sicherheit, dass wir sehr lange zusammengeblieben wären. Dass wir eine Zukunft gehabt hätten. Aber auch, dass sie befristet gewesen wäre und ich schlussendlich durch die Hölle gegangen wäre. Dann aber wieder die Stimme des Zweifels: Wer sagt dir das? Hätte es nicht doch alles ganz anders laufen können? Ist nicht bis jetzt auch schon vieles in der Beziehung anders gelaufen, als du gedacht hättest? Also wie kannst du dann meinen, du würdest erkennen, wie gut ein Mensch zu dir passt?

Siehst du, was du in mir ausgelöst hast? Die ganze Welt steht Kopf und ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.

Manchmal wünschte ich, du wärst nie in mein Leben getreten, und andererseits bin ich froh darüber, weil ich mich seitdem so sehr verändert habe, an dir gewachsen bin, weil ich zu mir selbst gefunden habe.

Aber ich habe Angst davor, dass die Gefühle für dich nie weggehen. Wie grausam das wäre. Mein Hang zum Kitsch und zur Romantik lässt in mir die leise Hoffnung existieren, wir wären doch zueinander bestimmt und würden irgendwann wie in einer wahnsinnig kitschigen amerikanischen Soap wieder zueinander finden. Der Rest von mir weiß, dass es nicht so ist, und dass dich zu lieben für mich nur andauerndes Unglück bedeuten würde.

I was cryin' when I met you
Now I'm tryin' to forget you
Love is a sweet misery
I was cryin' just to get you
Now I'm dyin' 'cause I let you
Do what you do down on me

1 Kommentar 26.10.10 19:22, kommentieren

Ein Stück mehr Freiheit

Gestern war ein besonderer Tag in meinem Leben. Endlich habe ich ein weiteres Stück meiner Freiheit erlangt. Ein bisschen fehlt noch, und ich kann es kaum abwarten. Ich möchte so weit von dir wegkommen, wie es nur irgend geht.

Du machst dir Sorgen um mich. Dass ich nicht lache! Wo warst du die letzten 10 Monate? Und all die Zeit davor, wenn ich dich brauchte? War ich nicht immer eine Belastung für dich? Dich hat doch nur gekümmert, dass es mir äußerlich gut geht, dass ich versorgt bin, damit niemand dir einen Vorwurf machen kann. Wie es innerlich in mir aussieht, hat dich doch nie interessiert! Du hast immer getan, was du wolltest, ohne dich zu fragen, wie es mir dabei geht. Ob du mich verletzt, ob du vielleicht besser auf deine Worte achten solltest? Es war dir egal.

Was weißt du schon von mir? Nichts. Du hast keine Ahnung. Und das soll auch so bleiben. Du kennst mich nicht - und du bist freiwillig aus meinem Leben gegangen. Dann bleib gefälligst auch. Was ich mache, geht dich nichts an. Du sollst gar nichts von mir wissen. Am besten nicht mal, ob ich noch lebe.

Es ist zu spät.

Vielleicht siehst du es irgendwann ein und versuchst, wieder eine Beziehung zu mir aufzubauen. Doch es wird nicht funktionieren. Es ist zuviel kaputt gegangen, und du hast das Recht verwirkt, mich deine Tochter nennen zu können.

Du hattest deine Chance. Lange genug. Immer wieder.  Sogar auf Zwang! Du hast gar nichts kapiert und nichts aus deinen Fehlern gelernt. Immer wieder hast du mein Vertrauen missbraucht und mich so unendlich enttäuscht. Das Maß ist voll.

Du wirst mich nie mehr einsperrn,
mich nie mehr manipuliern
Und ich werde nach vorn schaun
und den Rückweg verbarrikadiern

7.10.10 17:01, kommentieren

Das Versprechen

Irgendwann müssen wir alle gehen. Das ist nunmal so, dem kann man sich nicht entziehen. Eine Endgültigkeit, die mich beängstigt. Was mir jedoch viel mehr Angst macht, ist der Gedanke an die Menschen, die noch vor mir gehen werden. Allen voran mein bester Freund, weil er mir momentan der wichtigste Mensch auf der Welt ist.

Ich denke mit großem Unbehagen daran, dass er wohl vor mir gehen wird, weil er der Ältere ist. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Die Lücke wäre so unglaublich groß. Wie könnte eine Welt ohne ihn noch lebenswert sein? Es fehlte soviel.

Eine Unterhaltung bestätigte mir vor Kurzem meine Befürchtung: Er hat vor, vor mir zu gehen. Er würde nicht wollen, dass es andersrum wäre. Das kann ich verstehen, aber was spräche denn dagegen, gleichzeitig zu gehen? Er sagte, an ihm sollte es nicht liegen. :-)

Ich sprach mit ihm darüber, dass ich schreckliche Angst davor habe, ohne ihn leben zu müssen. Die Welt kommt mir so trist und grau ohne ihn vor. Er sagte, ich solle mir keine Gedanken machen, er würde ja noch eine Weile bleiben und wenn der Zeitpunkt gekommen sei, habe ich eine eigene Familie und könne ohne ihn leben. Ich glaube nicht daran. Er wird mir immer unheimlich fehlen. Seinen Platz könnte nie jemand ersetzen. Ohne ihn käme ich mir schrecklich alleine vor auf der Welt, egal wieviele andere Menschen ich um mich hätte. Die Vorstellung, in einer Welt zu leben, in der von ihm nichts bleibt als Erinnerungen, ist unvorstellbar grausam.

Es folgte ein bisschen Philosophie über das, was nach dem Tod kommt. Ich habe keine Ahnung, wie ich es mir vorstellen kann. Eines weiß ich aber ganz genau: Mein bester Freund wird auf mich warten, wohin auch immer er gehen mag. Er hat mir versprochen, dass er mich suchen wird in unserem nächsten Leben.

Dieses Versprechen wird mir die Kraft geben, ohne ihn weiterzuleben, weil ich sichergehen kann, ihn nie zu verlieren. Es wäre nur eine Trennung auf Zeit. Unsere Seelen aber sind für immer verbunden, egal was kommen mag.

10.9.10 20:27, kommentieren

Es ist einfacher, euch zu vermissen, als bei euch zu sein.

In letzter Zeit höre ich oft "Life without you" von Stanfour. Die Situation ist für mich vollkommen neu. Früher habe ich immer nur auf meine Gefühle gehört, egal, wo mich das hingeführt hat. Eine Entscheidung mit dem Verstand zu treffen und dabei glücklich zu werden, hätte ich nicht für möglich gehalten.

Klar, ich könnte glücklicher sein, aber könnte man das nicht immer? Zumindest bin ich glücklicher, als ich es die letzten Jahre über war. Ja, mir fehlt manchmal was, aber es sind nicht die Menschen an sich, sondern in ihrer Funktion.

Es geht mir gut ohne euch! Ich hätte das selbst nicht für möglich gehalten.

Ich sehe, wie ich mich verändere, und stelle mit Erstaunen fest, was ich in der Zeit ohne euch schon alles erreicht habe. Mir gefällt diese neue Art zu leben, ich fühle mich so wohl.

Durch den Abstand kann ich euch viel klarer sehen. Ich bin oft überrascht, mit was für Menschen ich mein Leben lang zu tun hatte, ohne es zu merken. Mir fallen Dinge wieder ein, die ich euch nie verziehen habe, und ich schreibe sie auf.

Manchmal gibt es natürlich auch gute Dinge, die ich jetzt erst sehe und vermisse. Doch das Gefühl, etwas an euch als Personen zu vermissen, ist um einiges leichter, als bei euch zu sein. Es ist auf eine Art sogar ein schönes Gefühl. Es tut gut, weil ich dabei mich selbst finde.

Natürlich ist die Situation, was ihn betrifft, etwas anders, aber im Grunde nicht so sehr. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich ihn vermisse, oder nur das, was ich glaubte, bei ihm gefunden zu haben. Ich bin sicher, wenn ich wieder jemanden gefunden habe, für den ich so fühlen kann, werde ich ihn vergessen können.

Ich habe mich oft gefragt, ob die Entscheidung, die ich getroffen habe, die richtige war. Aber wenn ich mir mein Leben im Moment angucke, bin ich so stolz auf mich. Ich habe in der Zeit ohne euch mehr geschafft als jemals zuvor, und das alles aus eigener Kraft.

Meine neue Lebensphilosophie ist einfach: Wenn mir etwas gut tut, halte ich mich daran, wenn mir etwas schadet, meide ich es so gut wie möglich. Dass ich sehr konsequent sein kann, sollte jeder wissen.

Solange ich noch Gefühle für euch habe, seid ihr nie ganz weg. Was mich begleitet, ist eine Hülle von euch. So habe ich das Gefühl, dass ihr irgendwo noch bei mir seid, auf eine stillschweigende Art und Weise. Es ist schwer zu beschreiben.

Es gibt Tage, da frage ich mich, ob Blut nicht doch dicker ist als Wasser und ich euch nicht doch an wichtigen Ereignissen in meinem Leben teilhaben lassen sollte. Aber warum? Mit welchem Recht? Was habt ihr für mich getan? Wann habt ihr mich das letzte Mal unterstützt? Und dann sollt ihr euch mit meinen Lorbeeren schmücken? Nein, ganz sicher nicht. Ihr habt keine Anteile an meinem Leben, oder Anrecht auf meine Zuwendung, nur weil in unseren Adern das gleiche Blut fließt. Ich ziehe es vor, Menschen um mich zu haben, denen ich wirklich etwas bedeute, die sich meine Liebe verdient haben und die mich glücklich machen um meiner selbst Willen.

Nach Meinung vieler wäre ich ein besserer Mensch, wenn ich Kontakt zu euch hätte. Aber ich ziehe es vor, glücklich zu sein.

 

Der Hochzeitstag meiner Eltern...

Gestern wären meine Eltern 23 Jahre verheiratet gewesen. Aber das ist lange vorbei und wahrscheinlich bin ich die einzige, die bei dem Datum automatisch daran denkt. Ich denke, für meine Mutter wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, mal ein bisschen über ihr Leben nachzudenken.

Was ist daraus geworden? Der 22.07.1987 sollte das Fundament deines Glückes werden. Nun erinnert nichts in deinem Leben mehr an diese Verbindung. Du besitzt nicht einmal mehr die Eheringe. Du hast deinen Mann verlassen, obwohl du ihn noch geliebt hast. Seit einigen Jahren steht ihr in gar keiner Verbindung mehr, obwohl ihr ein Kind habt. Du hast nicht einmal mehr Kontakt zu deiner Tochter. Es ist, als hätte es über zwei Jahrzehnte überhaupt nicht gegeben.

23.7.10 20:25, kommentieren

Wenn man jemanden liebt, der Gift für einen ist...

Schon seit Längerem stelle ich mir diese Frage. Was soll man tun, wenn man jemanden liebt, aber derjenige einen schlecht behandelt? Wenn ich jemanden liebe, bin ich bereit, ihm alles zu geben. Aber wenn die Nähe, ja der ganze Kontakt mit der Person, mir schadet? Darf ich das zulassen? Ich muss mich doch auch selbst schützen, mich um mein Leben kümmern und darf mich nicht runterziehen lassen. Zumal ich doch weiß, dass es zu nichts führt. Aber wie kann ich jemandem etwas verwehren, wenn ich ihn doch liebe? Ist nicht das kleine Glücksgefühl, das mir diese Liebe hin und wieder gibt, all den Schmerz wert? Ich bin bereit, mich selbst zu opfern für jemanden, den ich liebe. Sogar so ziemlich ohne zu zögern. Aber was, wenn ich weiß, dass derjenige es nicht verdient hat? Ich möchte meine Liebe als Geschenk sehen, das nur Menschen bekommen, die es in meinen Augen wert sind. Denn sie ist selten und kostbar. Wie kann ich welche lieben, die es nicht wert sind? Wieso liebe ich Leute, die ich nicht lieben will? Und wieso zur Hölle meint ihr, euch das Recht rausnehmen zu können, euch alles zu erlauben, weil ich euch ja sowieso verzeihe, weil ich euch ja sowieso immer lieben werde? Wie können Menschen, die mich nicht lieben, so dreist sein, meine Liebe auszunutzen und auch noch auf ihr rumzutrampeln? Und falls ihr mich doch liebt: Warum behandelt ihr mich dann nicht so?

Ich bin ein Mensch, der zu den Seinen hält, in guten wie in schlechten Zeiten. Jeder hat schlechte Zeiten. Ich kann jemandem alles verzeihen, weil ich ihn liebe. Wenn er aus einer augenblicklichen Überzeugung gehandelt hat oder wenn ich sehe, dass er sein früheres Handeln als falsch einschätzt, sich entschuldigt, mich um Verzeihung bittet. Natürlich will ich jemandem glauben, den ich liebe. Ich will glauben, dass er mich auch liebt, dass er es gut mit mir meint und am besten mit allem anderen auch. Aber ich kann dabei nicht meinen Verstand ausschalten und jemandem alles glauben, nur weil ich ihn liebe. Deshalb kann ich es einfach nicht zulassen, dass ihr mich ausnutzt, mich verletzt, mir mein Herz rausreißt, es zerfetzt, darauf rumtrampelt, Säure drüberschüttet und mit den Resten Brennball spielt. Dennoch frage ich mich, ob das nicht meine Pflicht wäre, als Mensch, der euch liebt. Hat Liebe Pflichten? Aber wenn nicht, hat sie Bedingungen, die man an die Menschen stellt, denen man sie entgegenbringt?

Ich weiß es nicht. Ich versuche, die Mitte zu finden, den Ausgleich zwischen Gefühl und Verstand, denn beide Argumentationen erscheinen mir schlüssig. Doch wie sieht "die Mitte" aus? Was ist der Kompromiss zwischen Ja und Nein, zwischen kein Kontakt und Kontakt, zwischen Selbstschutz und Selbstaufgabe?

Die Antwort lautet: Ich liebe euch, aber mich lieb ich mehr. Denn ich bin die einzige Person, der ich niemals aus dem Weg gehen kann, und wenn ich nicht dafür sorge, dass ich mich in meiner Haut wohlfühle, tut es keiner.


1 Kommentar 27.6.10 20:15, kommentieren