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Der letzte Kuss (Die Toten Hosen)

Irgendwann
kommt für jeden der Tag
an dem man für alles bezahlt
dann steh'n wir da
denken, wie schön es mal war
bereu'n unsre Fehler
hätten gern alles anders gemacht
hätten all unsre Boshaftigkeiten
niemals getan

Wir leben versteckt
wischen all unsre Spuren weg
vor den andern und vor uns selbst
damit kein Mensch jemals sieht
wer wir in Wahrheit sind

Wo ist der Ort
für den ehrlichsten Kuss
ich weiss, dass ich ihn
für uns finden muss
auf der Strasse im Regen
auf dem Berg nah beim Mond
oder kann man ihn nur
vom Totenbett holen

Wo ist der Ort
für einen ehrlichen Kuss
den einzigen
den ich Dir noch geben muss

All denen
die uns am nächsten steh'n
tun wir am liebsten weh
und die Frage
warum das so ist
bleibt unser Leben lang steh'n

Wann ist die Zeit
für einen ehrlichen Kuss
der all unsere Lügen
auslöschen muss
Gib' mir die Zeit
für einen ehrlichen Kuss
so wollen wir uns küssen
wenigstens am Schluss

Es wird ein Kuss sein
der alles verzeiht
der alles vergibt
und uns beide befreit
Du musst ihn mir schenken
ich bin zwar ein Dieb
doch gestohlen ist er wertlos
und dann brauch ich ihn nicht

4.10.17 20:14, kommentieren

Von der Sehnsucht, die nie vergeht

Heute war wieder einer der schwierigen Tage. Noch nicht richtig schlimm, aber definitiv ein Tag, an dem es mir schwer fiel, nicht an dich zu denken und mich nicht einsam zu fühlen.

Eigentlich fing es gestern schon an, abends beim Einkaufen. Ich dachte daran, dass das hier immer noch deine Stadt ist, auch wenn du nicht anwesend bist. Dass es ein anderes Leben hätte geben können, in dem wir gestern Abend zusammen durch die Straßen zum Supermarkt gegangen wären, und dass ich immer noch nicht aufhören kann, mir vorzustellen, dass es eines Tages so sein wird.

Dabei werde ich deiner Stadt bald den Rücken kehren und habe nicht vor, jemals wieder zu kommen, außer zu Besuch. Sogar selbst dann, wenn du dich eines Tages wieder bei mir melden solltest. Ich war in deiner Stadt, du warst nicht da. Du hast es in vier Jahren nicht ein einziges Mal geschafft, mich zu besuchen. Nun ist meine Zeit hier vorbei.

Ich bin nicht deinetwegen hergekommen und ich gehe auch nicht deinetwegen. Aber ich werde auch deinetwegen nicht zurückkommen - zumindest kann ich es mir nicht vorstellen. Ich habe mich hier einfach zu unwohl gefühlt.

Ich bin wie Scarlett O'Hara - "du gehörst zu Tara wie diese Bäume hier". Meine Stadt hat mir immer wieder auf die Beine geholfen und wird es auch diesmal tun. Dort fühle ich mich lebendig und am richtigen Ort.

Vielleicht war es heute deshalb so schwierig für mich, weil ich mit einer Freundin zu Ikea gefahren bin. Es klingt komisch, da wir doch nie zusammen dort waren und ich schon oft da war, aber es hat mich daran erinnert, wie sehnlichst ich mir damals, als du in mein Leben getreten warst, gewünscht habe, dass du bei mir bist, und wie ich mir immer vorgestellt habe, wie unsere gemeinsame Wohnung in irgendeiner gemeinsamen Zukunft aussehen würde, wenn du endlich bei mir wärst.

Nun ziehe ich wieder bald in eine neue Wohnung und habe noch keine Ahnung, wie sie aussehen wird. Aber ich werde dort auf jeden Fall für's Erste weiterhin allein sein.

Du trittst nicht mehr in mein Leben, ich weiß es. Und wenn doch, dann sicher nicht so bald. Vielleicht ist es besser so. Vielleicht bist du wirklich wie Ashley. Vielleicht liebe ich gar nicht dich, sondern meine Vorstellung von dir. Ich werd's wohl nie erfahren.

Vielleicht werde ich irgendwann jemand anders kennenlernen und noch zu meiner eigenen kleinen Familie kommen und all dem anderen, was ich mir immer gewünscht habe. Ich hoffe es sehr. Aber in meinem Herzen ist das Gefühl für dich immer noch so stark, dass ich es mir einfach nicht vorstellen kann...

10.9.17 01:38, kommentieren

Die Unmöglichkeit des Wartens, wenn man nicht weiß, ob es überhaupt etwas gibt, auf das man warten k

Es ist jetzt genau 15 Tage her, dass ich meinen Brief an dich abgeschickt habe, und du hast nicht geantwortet. Ich glaube nicht, dass du es noch tun wirst. Ich erlaube mir nicht mehr, diese Hoffnung noch zu haben.

Vielleicht meldest du dich irgendwann, in ein paar Jahren, wenn die Dinge anders stehen. Und dann werde ich sicherlich da sein für dich. Aber ich darf mir nicht mehr erlauben, darauf zu warten. Es ist zu giftig für mich.

Ich hatte verdrängt, wie sich das anfühlt: dich von ganzem Herzen zu lieben, zu wissen, dass es nie ein größeres Gefühl in meinem Herzen geben wird, zu hoffen, dass man diese Liebe eines Tages leben kann, und dann daran erinnert zu werden, dass es einfach absolut unmöglich ist, weil du nicht mit im Boot sitzt. Von dir kommt einfach nichts - nicht einmal eine klare Aussage.

Es ist die Hoffnung, die so unglaublich wehtut. Der Glaube, dass doch noch eine Möglichkeit für uns besteht - und dann lande ich wieder hart, weil ich dir nicht einmal eine Antwort wert bin, obwohl ich dir gerade wieder einmal mein Leben zu Füßen gelegt habe, und ich bin so unglaublich sauer auf dich und auf mich und bereue, dass ich dir überhaupt mal wieder meine Gefühle gezeigt habe und dass ich sie nie abschalten können werde und auch nie jemand anderen so lieben können werde und mich daher nicht einmal richtig ablenken kann.

Ich bin in einer Sackgasse. Und ich kann nicht mehr. Ich ertrage dein Desinteresse noch genauso wenig wie vor 10 Jahren - vielleicht noch weniger, weil ich damals noch eine rosarote Brille auf hatte und meine Hoffnung einfach nicht sterben wollte.

Es fühlt sich so furchtbar an, wenn man immer noch dieses Bild von einem bestimmten Mann vor Augen hat und genau weiß, dass er alles ist, was man immer wollte und immer noch will, und man sich einredet, dass diese Zukunft mit ihm noch immer möglich wäre, man seinen ganzen Mut zusammennimmt und ihm sein Herz ausschüttet und dann mit Schweigen gestraft wird... like, ich dachte, ich könnte dich heiraten, und du schaffst es nicht einmal, mir auf solch einen Brief zu antworten. Wie dermaßen egal kann man einem Menschen denn sein?

Dazu noch die Ungewissheit: Was, wenn du dich doch noch einmal meldest und ich nur warten muss? In gewisser Weise habe ich dir ja sogar die Wahl gelassen, habe dir signalisiert, dass ich es verstehen würde, wenn ich noch auf dich warten müsste... und, dass ich es tun würde.

Ich hatte nur vergessen, wie sich das anfühlt. Warten. Nicht das Warten an sich, sondern das zermürbende Warten, wenn man noch nicht einmal weiß, ob es etwas gibt, auf das man warten kann.

Ich bin keine Heilige. Ich kann keinen Geist lieben. Ich liebe dich wahrhaftig, dich, dein ganzes Wesen, und ich will mit dir zusammen sein. Wenn du es nicht willst, muss ich das akzeptieren. Aber ich bin nicht dazu gemacht, für immer allein zu sein.

Wenn du dich in ein paar Jahren bei mir meldest - und ich habe dich darum gebeten -, wenn ich dann in einer Beziehung bin, dann glaube ich, ist es egal, wer er ist - ich würde mich immer für dich entscheiden. Kann das nicht auch als Warten ausgelegt werden?

Aber was, wenn ich dieses Gefühl nie los werde - dass ich eigentlich nicht heiraten und keine Kinder bekommen kann, weil ich es mir mit keinem besser vorstellen könnte als mit dir? Und was, wenn ich falsch liege damit und dabei nur mein Leben verschwende?

Was, wenn du erst vor meiner Tür stehst, wenn ich bereits eine Familie mit einem anderen gegründet habe?

Ich weiß wirklich nicht weiter, aber ich weiß, dass ich diese Gedanken loswerden muss. Dass ich mich von der Vorstellung befreien muss, dass ich dich haben könnte.

Zu wissen, dass du die Liebe meines Lebens bist und ich nie für jemand anderen auch nur annähernd dasselbe empfinden werde, während ich nie wieder von dir hören werde, ist einfach. Aber diese Gewissheit muss in der Schublade meines Verstandes verwahrt bleiben - die Gefühle, die sie mit sich bringt, will ich nicht mehr fühlen. Und deshalb gebe ich die Hoffnung auf ein Leben mit dir ein für alle Mal auf.

3.8.17 23:45, kommentieren

Seegespenst (Heinrich Heine)

Ich aber lag am Rande des Schiffes,
Und schaute, träumenden Auges,
Hinab in das spiegelklare Wasser,
Und schaute tiefer und tiefer -
Bis tief, im Meeresgrunde,
Anfangs wie dämmernde Nebel,
Jedoch allmählich farbenbestimmter,
Kirchenkuppel und Türme sich zeigten,
Und endlich, sonnenklar, eine ganze Stadt,
Altertümlich niederländisch,
Und menschenbelebt.
Bedächtige Männer, schwarzbemäntelt,
Mit weißen Halskrausen und Ehrenketten
Und langen Degen und langen Gesichtern,
Schreiten, über den wimmelnden Marktplatz,
Nach dem treppenhohen Rathaus,
Wo steinerne Kaiserbilder
Wacht halten mit Zepter und Schwert.
Unferne, vor langen Häuserreihn,
Wo spiegelblanke Fenster
Und pyramidisch beschnittene Linden,
Wandeln seidenrauschende Jungfern,
Schlanke Leibchen, die Blumengesichter
Sittsam umschlossen von schwarzen Mützchen
Und hervorquellendem Goldhaar.
Bunte Gesellen, in spanischer Tracht,
Stolzieren vorüber und nicken.
Bejahrte Frauen,
In braunen, verschollnen Gewändern,
Gesangbuch und Rosenkranz in der Hand,
Eilen, trippelnden Schritts,
Nach dem großen Dome,
Getrieben von Glockengeläute
Und rauschendem Orgelton.
Mich selbst ergreift des fernen Klangs
Geheimnisvoller Schauer!
Unendliches Sehnen, tiefe Wehmut
Beschleicht mein Herz,
Mein kaum geheiltes Herz; -
Mir ist, als würden seine Wunden
Von lieben Lippen aufgeküßt,
Und täten wieder bluten -
Heiße, rote Tropfen,
Die lang und langsam niederfalln
Auf ein altes Haus, dort unten
In der tiefen Meerstadt,
Auf ein altes, hochgegiebeltes Haus,
Wo melancholisch einsam
Unten am Fenster ein Mädchen sitzt,
Den Kopf auf den Arm gelehnt,
Wie ein armes, vergessenes Kind -
Und ich kenne dich armes, vergessenes Kind!

So tief, meertief also
Verstecktest du dich vor mir,
Aus kindischer Laune,
Und konntest nicht mehr herauf,
Und saßest fremd unter fremden Leuten,
Jahrhundertelang,
Derweilen ich, die Seele voll Gram,
Auf der ganzen Erde dich suchte,
Und immer dich suchte,
Du Immergeliebte,
Du Längstverlorene,
Du Endlichgefundene -
Ich hab dich gefunden und schaue wieder
Dein süßes Gesicht,
Die klugen, treuen Augen,
Das liebe Lächeln -
Und nimmer will ich dich wieder verlassen,
Und ich komme hinab zu dir,
Und mit ausgebreiteten Armen
Stürz ich hinab an dein Herz -

Aber zur rechten Zeit noch
Ergriff mich beim Fuß der Kapitän,
Und zog mich vom Schiffsrand,
Und rief, ärgerlich lachend:
Doktor, sind Sie des Teufels?

21.7.17 02:54, kommentieren

Niemals leicht

Ich habe eigentlich gar keine Zeit, jetzt diesen Eintrag zu verfassen. Aber ich nehme sie mir, weil ich mich gerade eh schwer auf etwas anderes konzentrieren kann und die Gedanken festhalten möchte.

Ich habe mich vorhin gefragt, ob das Leben jemals wieder leicht wird. Für dich wahrscheinlich nicht. Aber das heißt auch, dass es das für mich nicht wird.

Natürlich ist für dich alles noch sehr viel schwerer als für mich. Wie schwer, kann ich nur erahnen. Aber das heißt eben nicht, dass es für mich nicht auch schwer wäre. Sogar jetzt immer noch, nach all der Zeit und obwohl wir schon seit einer Weile nicht mal mehr in Kontakt stehen.

Egal, wie sehr du versucht hast, mich aus allem rauszuhalten - es ist auch meine Geschichte. Du gehörst zu meinem Leben dazu und wirst es immer tun. Und sei es nur als das Foto von dem Mann, den ich nie vergessen konnte.

Was dir passiert ist, ist auch ein bisschen mir passiert. Die Last, die du zu tragen hast, trage auch ich ein bisschen - weil sie Einfluss darauf hat, dass wir nie richtig klären konnten, was zwischen uns war oder hätte sein können, und weil wir unsere Beziehung, als wir uns noch einig waren, nie richtig ausleben konnten.

Wenn ich über meine Liebe zu dir schreibe, kommt es mir immer so vor, als würde ich mich egoistisch anhören. Auch du hast mich einmal so genannt und ja, damals war ich es, weil ich nur meine Empfindungen gesehen habe und nicht deine. Und weil ich einfach so verletzt und so wütend war, dass du diesen Weg nicht mit mir gehen wolltest. Aber seitdem ist viel passiert, und vielleicht war es noch egoistischer von mir, dass ich dich zuletzt aus meinem Leben raushalten wollte.

Auch, wenn es nicht so ganz stimmt. Schließlich habe ich auf deine letzte Nachricht reagiert und von dir kam danach nichts mehr. Aber ich habe einige Tage darüber nachgedacht, ob ich antworte. Ich habe abgewogen. Und mein letzter Brief an dich war sehr reserviert, weil ich noch nicht genau wusste, was ich von deiner Nachricht halten sollte, und weil ich wieder verletzt und sauer war.

Du hättest dich verdammt nochmal früher bei mir melden sollen und nicht erst in so einer Situation. Du hättest mir nichts verheimlichen und mich nicht belügen sollen.

Und auch jetzt noch stelle ich mir die Frage, wie dumm ich eigentlich bin, dass ich dir jetzt doch wieder einen Brief geschrieben und meine Arme darin für dich ausgebreitet habe und ob du das überhaupt verdient hast oder ob ich mich nicht gerade wieder an jemanden verschenke, der nicht das geringste ehrliche Interesse an mir hat.

Keine Ahnung. Aber ich bin so. Ich muss es ausprobieren. Ich kann meine Liebe für dich nicht verleugnen und außerdem gilt ja: Im Zweifel für den Angeklagten. Es gibt wie gesagt zwei Interpretationsmöglichkeiten, und im Moment bevorzuge ich die, die besser zu meinem Bild von dir passt. Das kann sich aber auch schnell wieder ändern, solltest du mir Grund dazu geben.

Ich weiß, dass nichts mit dir leicht wird, egal, wie du dich entscheidest. Aber glaub mir, mein Leben wäre auch ohne, dass ich dich getroffen hätte, niemals leicht geworden. Weil ich vom Kompliziertheits-Level einfach auf einer Stufe mit dir stehe.

Das war keine Entscheidung zwischen dir und dem Leben, das ich möglicherweise ohne dich haben könnte. Sondern zwischen wer ich sein sollte und wer ich bin.

Ich will nicht mehr schauspielern. Ich will endlich wieder ich selbst sein. Und ich selbst bin nunmal diejenige, die dir einen Brief schreibt mit der Bitte, wieder Teil ihres Lebens zu werden - völlig egal, wie die Umstände stehen.

Ich bin selbst überrascht über diesen plötzlichen Umschwung. Aber es fühlt sich richtig an.

Du kannst weiter versuchen, mich aus allem rauszuhalten. Aber ich stecke schon mit drin seit dem Moment, in dem du mich das erste Mal angelächelt hast. Und durch jeden kleinen Moment, in dem du auf deine Gefühle gehört hast statt auf deinen Verstand.

Ich hoffe, es wird noch ein paar dieser Momente geben. Ich muss dich endlich wiedersehen. Vielleicht auch einfach nur, um mein Bild von dir mit der Realität zu vergleichen und einen lange gehegten Irrtum zu korrigieren. Aber daran glaube ich nicht.

Du bist einfach dieser eine Mensch für mich, und ich hoffe, dir eines Tages endlich offiziell schwören zu können: In guten wie in schlechten Zeiten.

19.7.17 16:42, kommentieren

Ungesagtes

Ich bin betrunken und kann an nichts anderes denken als an dich. Konnte ich die letzten Tage schon nicht. Seit ich von dir geträumt habe. Du warst im Traum ganz, ganz, ganz anders als in echt, nicht einmal deine Hautfarbe stimmte. Aber dennoch hat es mich total mitgenommen.

Und ich kann darüber nicht reden, nicht einmal jetzt. Nicht einmal mit ihr. Die einzigen, die es vielleicht verstanden hätten, sind gegangen. Beide auf ganz unterschiedliche Weise, aber doch für immer. Nein, wahrscheinlich hätte nur er es verstanden. Aber selbst er hätte es nicht gern gehört.

Und ich weiß ganz genau, was ich von den meisten zu hören bekommen würde, wenn ich jetzt darüber reden würde. Dasselbe, das ich selbst oft denke.

"Bist du etwa tatsächlich immer noch nicht darüber hinweg?"
"Das war eine Jugendliebe."
"Willst du nicht langsam mal erwachsen werden?"
"Was willst du denn von so einem?"
"Ihr habt doch eh keine Zukunft."

Rein rational betrachtet haben all diese Menschen sicherlich Recht. Aber Liebe ist nunmal nicht rational, ganz und gar nicht.

Die Wahrheit ist nunmal, dass ich immer noch hier sitze und nur an dich denke. Nach fast 11 Jahren.

Weißt du das überhaupt? Weißt du, wie tief du in mir drin bist? Ich glaube, du hast es mir nie geglaubt und wirst es auch in Zukunft nicht tun.

Ich habe ja auch lange genug versucht, meine Gefühle zu überspielen. So "normal" zu sein, wie alle mich gerne haben wollten. Den äußeren Schein zu wahren.

Ich wahre ihn auch jetzt noch. Aber glaub mir, tief in mir drin sieht es ganz anders aus.

It started all with a kiss
how did it end up like this?
It was only a kiss!
It was only a kiss!

Ist es denn eigentlich zu glauben, dass ich dich nie in echt geküsst habe? Nie wirklich berührt habe? Zumindest nicht deine Haut... Es kommt mir überhaupt nicht so vor. Aber vielleicht ist gerade deshalb meine Sehnsucht nach dir immer noch so groß.

Vorgestern, nach meinem Traum, habe ich deine letzten Nachrichten - zumindest die, zu denen ich noch Zugang habe -, noch mal gelesen. Auf den ersten Blick schien es mir ganz eindeutig, dass du mich nicht liebst - nicht mal ansatzweise. Dass ich für dich nur ein Zeitvertreib war.

Trotzdem kann ich an nichts anderes denken als an dich. Gestern nicht, heute nicht. Es wird irgendwie nicht weniger.

Grade habe ich deine alten Briefe rausgekramt. Was zur Hölle bin ich eigentlich für dich? Werde ich darauf jemals eine ehrliche Antwort erhalten?

Ich streichle schon wieder dein Foto und bin gerade so kurz davor, dir einen weiteren Brief zu schreiben mit nichts weiter, als dem Satz: "Ich scheiß' auf die beschissenen Umstände - ich will endlich wieder Teil deines Lebens sein!" Oder etwas melodramatischer: "Egal, unter welchen Umständen - ich würde immer Teil deines Lebens sein wollen."

Take your time
to trust in me
and you will find
infinity

Du hast mir damals nicht geglaubt. Ich weiß nicht, ob du es heute tun würdest. Ich weiß auch nicht, ob es überhaupt gut für einen von uns wäre, wenn du es tätest.

Für mich vielleicht schon deshalb nicht, weil ich immer noch nicht weiß, woran ich bei dir bin.

Warum bist du überhaupt so? Warum wehrst du mich ständig ab? Willst du das wirklich oder ist es nur dein Verstand, der dir sagt, dass ich ohne dich besser dran sei?

Aber vielleicht gehöre ich einfach viel mehr zu dir als zu dem Leben, das ich mir ausgemalt habe und das du dir für mich gewünscht hast. Vielleicht werde ich ohne dich einfach nie vollständig sein.

Oh tonight
you killed me with your smile
so beautiful and wild
so beautiful and wild

Dein Lächeln hat mich einfach nie mehr losgelassen. Ich würde es so gern nochmal sehen.

Ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, dir wieder zu schreiben. Du gehst ja doch nie aus meinem Kopf und vielleicht ist es an der Zeit, dir das endlich einmal zu sagen.

Habe ich dir damals jemals gesagt, wie sehr ich dich liebe?

Ich glaube nicht. Jeder andere hat es gewusst, sogar meine Friseuse, aber du nicht.

Vielleicht mache ich mich lächerlich damit. Aber das ist eben diese krasse Ungewissheit, in der ich lebe: Diese riesige Lücke zwischen du hast nur mit mir gespielt und du hast mich nur zu meinem Besten verlassen. Wenn es Letzteres wäre, könnte ich nie damit leben. Das ist einfach nicht meine Vorstellung von Liebe. Wenn du mich so liebtest wie ich dich, dann würde ich bis ans Ende an deiner Seite stehen und mit dir kämpfen wollen, verdammt! Du allein bist nunmal die Liebe meines Lebens und wirst es bleiben.

Die goldene Kette nimm dir
bring mich zu meinem Liebsten dafür

Und wenn ich mich hier wirklich gerade lächerlich mache, wie eine unreife, spätpubertierende, naive Göre? Dann brauche ich wohl wirklich noch einmal eine herbe Abfuhr von dir, damit ich wieder so über dich und meine Zukunft denken kann wie vor deiner letzten Nachricht.

Ehrlich gesagt war es nicht fair von dir, dich noch einmal zu melden und mich danach wieder zu ignorieren. Aber wer weiß, vielleicht hat mein letzter Brief dich ja auch nie erreicht? Ich habe ihn schließlich über Umwege an dich geschickt.

Ich glaube, ich muss es herausfinden, sonst finde ich nie meinen Frieden. Und mir ist vollkommen klar, dass das im wahrsten Sinne des Wortes eine "Schnapsidee" ist... aber manchmal muss man einfach seinem Herzen folgen.

When the sun shines, we'll shine together
Told you I'll be here forever
Said I'll always be your friend
Took an oath, I'ma stick it out to the end
Now that it's raining more than ever
Know that we'll still have each other
You can stand under my umbrella

Gestern habe ich mir alle Bilder noch einmal angesehen, die ich von dir habe. Es sind nur sechs. Das ist nicht genug dafür, dass ich noch mein ganzes Leben lang an dich denken muss. Wenn du noch alle Bilder besitzt, die ich dir jemals geschickt habe, müssten das sieben sein. Aber ich bin mir nicht mal sicher, ob du auch nur ein einziges davon noch besitzt. Wie dem auch sei - es ist nicht genug. Wir hatten einfach nicht genug Zeit zusammen, nicht genug voneinander. Gibt es nicht noch eine Chance - wirklich nicht, ganz sicher nicht? Vielleicht ist es an der Zeit, es herauszufinden. Eigentlich wollte ich noch warten - aber nun habe ich schon begonnen, dir einen Brief zu schreiben.

Soll ich es tun? Soll ich ihn abschicken?

Dein letzter Brief an mich ist über 8 Jahre her. Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon seit fast 2 Jahren keinen regelmäßigen Kontakt mehr. Und trotzdem, wenn ich die alten Briefe in der Hand halte, schmerzt es noch immer, dass keine neuen mehr dazukommen.

Ich wär so gern wieder Teil deines Lebens. Ganz egal, was ich mir damit aufhalsen würde - wenn nur du wieder ein Teil meines Lebens wärst. Das wär es alles wert.

Ich würde sterben für dich
wenn es soweit ist
Ich würde sterben für dich
egal, wo du bist!

Es ist immer noch wahr. Du bist immer noch mein Leben, das, was sich nicht in Worte fassen lässt. Es ist noch immer dein Gesicht, das ich suche in jedem Fremden...

Für immer.

17.7.17 23:21, kommentieren

When I'm wiser and I'm older

"Neuer Eintrag". Schon wieder. Ja. Aber ich muss diese Gedanken loswerden.

Ich habe vorhin eins von den neueren "deinen" Liedern zufällig im Radio gehört.

So wake me up when it's all over,
when I'm wiser and I'm older!
All this time I've been finding myself
and I
didn't know I was lost

Ich musste zwangsläufig daran denken, mit welcher verzweifelten Sehnsucht ich das Lied damals gehört hab. Verzweiflung und Sehnsucht wären auch auf die heutige Situation durchaus passend, aber damals hätte ich nie geahnt, in welchem Kontext sie stehen würden.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass du mich nicht willst. Ich wäre nie im Traum auf den Gedanken gekommen, dass ich dich nicht will.

Damals habe ich es noch nicht gewusst. Oder bloß nicht wissen wollen? Ich dachte wirklich, du würdest deine zweite Chance nutzen. Ich dachte wirklich, du wärst erwachsen geworden. Würdest etwas aus deinem Leben machen. Wärst glücklich. Fotos können so gut täuschen...

Ich hab gedacht, ich hätte bloß keinen Platz in deinem Leben. Du würdest mir nie verzeihen, wie unreif ich mich verhalten habe. Weil du immer der Erwachsenere warst.

Mein Gedanke von heute: Warst du das? In Gesprächen vielleicht. Aber nicht im wahren Leben.

Das war, bevor ich in deine Stadt gezogen bin. Als ich gerade hier angekommen war, lief das Lied im Radio rauf und runter und streute mir Salz in die Wunde. Die Wunde, dass ich dich verloren habe, reißt immer wieder auf. Ich stellte mir dich vor, wie du glücklich mit deiner Familie und deinen Freunden leben würdest und wahrscheinlich längst ein neues Mädchen hättest. Und ich war der Meinung, ich sei endlich erwachsen geworden und würde etwas aus meinem Leben machen und es sei zu spät für dich. Damals dachte ich, ich würde nie wieder von dir hören. Du würdest mir nie auf meine Nachricht antworten. Und als du es dann getan hast, kamst du zunächst ziemlich negativ rüber. Wie jemand, der Frauen nicht respektiert und nur etwas Unverbindliches sucht. Ich wollte nicht glauben, dass du so bist. Und dann hast du kurz etwas von der Verletzlichkeit unter deinem Panzer hervorgucken lassen...

Wie schwer die Zeiten für dich waren. Dass du mir nicht geglaubt hast, dass ich dir nie davongelaufen wäre. Dass du meintest, ich hätte etwas Besseres verdient gehabt.

Ich weiß bis heute nicht, wie ernst du diese Zeilen gemeint hast. Sie stehen in krassem Gegensatz zu allem, was du in den Tagen davor und danach geschrieben hast.

Und als du dem Ganzen dann noch die Krone der Dreistigkeit aufgesetzt hast, war ich mir sicher, dass du keinen meiner weiteren Gedanken wert seist und ich endgültig mit dir abgeschlossen hätte.

In dem Glauben habe ich fast drei Jahre lang gelebt. Ich hätte nie gedacht, dass du dich nochmal melden würdest, und schon gar nicht, dass es mich wieder so aus der Ruhe bringen würde.

Ich war nach dir verliebt, sogar so sehr, dass ich fast daran glaubte, dass er deinen Platz an der Spitze meiner Charts einnehmen könnte. Oh, boy. Ich hatte nicht die geringste Ahnung.

Ich hätte einfach nie in die Richtung gedacht, in die sich alles entwickelt hat. Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass dein Leben so weitergegangen ist - und dass du es damals schon gewusst hast.

Du kamst mir merkwürdig vor, damals vor fast genau vier Jahren, als wir geschrieben haben. Etwas passte nicht zum Rest. Ich konnte nur nicht sagen, was es war. Damals konnte ich es auch noch nicht wissen.

Was mich an deiner Nachricht aus dem letzten Jahr so aus der Bahn geworfen hat, war nicht die Nachricht an sich, auch wenn ich überhaupt nicht mit ihr gerechnet hatte. Es ging primär nicht um die Tatsache, dass du dich gemeldet hast. Sondern darum, in welchen Kontext sie die Vergangenheit rückt.

Durch diese Nachricht besteht die Interpretationsmöglichkeit, dass du aus Gründen, die nichts mit mir zutun hatten, mich abgewehrt hast. Dass ich einfach zu spät gekommen war und du mich aus dem Ärger raushalten wolltest, weil du genau wusstest, was dir blüht. Und dass du nicht wolltest, dass ich so leben muss.

Ich weiß nicht, ob es so war. Ich weiß ganz genau, wie naiv es klingt, dass ich das überhaupt in Betracht ziehe. Aber drei Dinge:

Die Zeilen, in denen du schriebst, dass es für dich schwerer gewesen wäre, mit mir zusammenzubleiben, weil es dir zu wehgetan hätte, und dass ich etwas anderes verdient gehabt hätte,

deine unglaublich schlechte Ausrede, mit der du mich wieder auf Distanz gebracht hast vor vier Jahren, und dass du mich nicht blockiert hattest, wie ich all die Jahre geglaubt habe, sondern dein Profil gelöscht hast,

die Tatsache, dass du mir nach all der Zeit und als es dir schlecht ging und du lange mit dir gerungen hast, trotzdem wieder geschrieben hast und deine Nachricht mit den Worten "meine Liebste" endete.

Diese drei Begebenheiten gehen mir nicht aus dem Kopf, auch wenn auf meinen letzten Kontaktversuch hin keine Reaktion mehr von dir kam. Aber auch das wäre zu erklären mit dieser unglaublichen Interpretationsmöglichkeit - und mit ganz anderen Gründen.

Ich vermiss dich so sehr, glaub mir. Ich würd dich jetzt so gerne halten.

Dass ich dich trotzdem nicht will, hängt mit der Art, wie du mit dir selbst und deinem Leben umgehst, zusammen. Du benimmst dich so unreif, dass ich schreien könnte! Und du wirst auch nicht damit aufhören. Ganz ehrlich, wer begeht denn dieselben Fehler alle paar Jahre wieder in seinem Leben?

Trotzdem ist es natürlich nicht wahr, dass ich dich nicht mehr will. Sagt zumindest mein Herz. Neben dir einzuschlafen und neben dir aufzuwachen wär noch immer das Schönste für mich.

Aber du passt nicht in das Leben, das ich will. Du bist einfach nicht erwachsen geworden, und man muss doch irgendwann erwachsen werden.

Ich habe auch nicht immer Lust auf alles, was dazugehört. Ich würde viel lieber morgens liegen bleiben, als zur Arbeit zu gehen. Den ganzen Tag Bücher lesen, Serien gucken, ungesundes Zeug essen, in der Sonne sitzen, das Geld lieber für spaßige Dinge ausgeben als für Verpflichtungen... aber ich tu's nicht, weil ich weiß, dass ich mir selbst nur ins eigene Fleisch schneide, wenn ich so handle. Wie sollte ich jemals ein Haus finanzieren und Kinder ernähren können, wenn ich mich so verhalten würde?

Und das ist eben die traurige Wahrheit: Du wirst es nie können. Bei deinem Lebenswandel wärst du ein furchtbarer Vater. Einer, der nie da ist. Und kein Ehemann, mit dem man ein gemeinsames Leben hat.

Es tut mir Leid, aber ich kann es nicht. Ich könnte kämpfen, mit dir zusammen - aber die Option besteht ja nicht. Erstens, weil du sowieso nicht kämpfst, und zweitens nicht mit mir.

Aber so wie du bist, so will ich dich nicht. Nicht für eine gemeinsame Zukunft. Ich will auch keine Menschen verbiegen. Entweder änderst du dich aus eigenem Antrieb oder gar nicht.

Und es ist so schade, weil ich immer noch glaube, dass soviel mehr aus dir hätte werden können. Dass du eigentlich gar nicht so bist. Aber wer weiß, vielleicht täusche ich mich. Vielleicht sehe ich in dir nur das, was ich in dir sehen will. Den Mann, nach dem ich mich sehne. Vielleicht sind meine Gefühle nicht mal echt. Vielleicht wünsche ich mir nur so sehr, Teil einer Geschichte wie denen aus meinen geliebten Büchern zu sein.

Vielleicht sind wir wie Scarlett und Ashley oder wie George und Gauvain. Füreinander bestimmt, aber nicht dafür gemacht, zusammen zu sein.

3.7.17 21:21, kommentieren